Adrenalin

Extremsituationen. Wart ihr schon einmal in einer solchen? Ich wünsche euch, dass eure Antwort Nein ist. Ich, Klopf auf Holz, zum Glück auch noch nie. Oft frage ich mich, wenn ich von Extremsituationen lese oder höre, wie ich wohl reagieren würde. Als Außenstehender ist es oft leicht Urteile oder potenzielle „Was wäre wenn“- Entscheidungen zu fällen, doch wie verhält man sich tatsächlich in einem alles verändernden Moment? Wir kennen alle den Unterschied zwischen richtig und falsch, aber letztendlich sind wir alle Menschen. Und Menschen machen Fehler, vor allem dann, wenn der Überlebensinstinkt, bzw. der Ich-rette-meine-eigene-Haut Impuls erwacht. Der Mann in meiner folgenden Kurzgeschichte hat einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Und läuft vor ihm davon. Verknüpft habe ich meinen Protagonisten mit einem Mann, den meine Freundinnen und ich vor vielen vielen Jahren an der Haltestelle gesehen haben. Er hatte Blut an den Händen und wurde beinahe von einem Bus angefahren. Wer er war, woher er kam und was mit ihm geschah, weiß ich bis heute nicht. Eine perfekte Ausgangslage für mich und mein Kopfkino… 😉

Die Autos rasten mit 130 km/h und mehr an ihm vorbei, aber es störte Norman Fisher nicht. Im Gegenteil, die Schnelligkeit der Autos spornte ihn an, sein eigenes Tempo beizubehalten. Er wusste nicht, wie lange er schon unterwegs war, aber mittlerweile musste es schon nach Mitternacht sein. Jegliches Zeitgefühl war ihm abhanden gekommen. Das Adrenalin schoss seit Stunden durch seine Venen und trieb ihn voran. Nie zuvor hatte er eine solch gewaltige körperliche Leistung erbracht. Norman Fisher war nicht übergewichtig oder faul, aber besonders sportlich oder gar athletisch nicht im Geringsten. Ein normaler Kerl eben. Der nachts an einer Autobahn entlanglief mit einer Ausdauer, die er nie für möglich gehalten hatte. Aber Extremsituationen scheinen die Kräfte des eigenen Körpers bis aufs Äußerste zu treiben.

Norman Fisher lief Meter um Meter ohne zu wissen, wohin eigentlich. Aber eine jede Straße führt an ein Ziel, und das war es, wohin er wollte. Einfach irgendwohin. Er spürte, wie der Schweiß an seiner Stirn über das Gesicht hinunterrann, er konnte das Salz auf seinen ansonsten ausgetrockneten Lippen schmecken. Sein schwarzes T- Shirt war vollkommen durchgeschwitzt und seine patschnassen Locken klebten an Haupt und Gesicht. Es war Nacht, aber die Temperaturen schienen seit Sonnenuntergang kaum gefallen zu sein. Ihm war heiß und sein unter Strom arbeitender Organismus verlangte nach Wasser. Doch er nahm es nicht wahr.

Lauf, Norman, lauf! Hatte seine innere Stimme in ihm geschrien. Lauf weg! Also rannte er los und drehte sich nicht mehr um. Die Dunkelheit und die Unwissenheit darüber, wo genau er sich im Moment befand, waren im egal. Er hielt sich an die Leitplanken der Autobahn und folgte dieser, wohin sie auch führen mochte. Was sich links von ihm befand, konnte Norman Fisher nicht ausmachen. Es mussten Felder sein oder unberührte Wiesen, jedenfalls konnte er nirgendwo Lichter erkennen oder Geräusche vernehmen, die auf eine Stadt oder zumindest auf irgendwelche Leute, die zufällig in der gleichen Gegend waren, schließen ließen. Nur das rauschende Vorbeiziehen der Autos und LKWs.

Es verging erneut eine gewisse Zeit – waren es wieder Stunden? Norman Fisher kam es so vor, da verlangsamte er seinen Schritt. Er verstand zunächst nicht, was ihn bremste, erst als er auf einer Stelle stehen blieb, merkte er, wie Übelkeit in ihm aufkeimte. Die Anspannung, das Durcheinander in seinem Kopf und seinem Körper, die Gefühle darüber, was wenige Stunden zuvor geschehen war, sein Kreislauf, der sich nun endlich doch bemerkbar machte, all das ließ ihn schwer atmen. Adrenalin adieu. Er konnte nicht mehr. Norman Fisher setzte sich ins Gras, lehnte seinen Kopf an die Leitplanke hinter ihm. Mit Mühe versuchte er seine Atmung gleichmäßig werden zu lassen. Er schloss seine Augen für einen Moment, doch das grauenhafte Bild, das kurz in ihm aufblitzte, ließ ihn hochfahren. Er sah den kleinen Arm mit dem rosa Armreif, der aus dem hinteren Fenster des grauen PKWs hing, regungslos. „Verfluchte Scheiße!“ schrie er und erhob sich wieder. Die Übelkeit dankte es ihm, indem sie Norman Fisher ordentlich zum Kotzen brachte. Erstaunlicherweise ging es ihm anschließend besser. Das Gefühl wieder regelmäßig zu atmen kam zurück und er ging weiter, dieses Mal langsamen Schrittes.

Die Sonne ging auf. War er eben doch länger weggenickt? Er war nicht mehr Herr seiner Sinne, seine Fußsohlen brannten, ihm war elendig heiß und schwindelig zumute. Er war durstig. So durstig. Jetzt spürte er auch, dass er am Kopf verletzt war und geblutet hatte. Aber das Schlimmste war, dass die Bilder der vergangenen Nacht zurückkamen. Eines nach dem anderen. Der zarte Kinderarm mit dem rosa Armreif. Das Kuscheltier auf dem Asphalt, es war ein Schäfchen, Norman Fisher war sich da ganz sicher. Der Anblick hatte sich eingebrannt. Denn neben dem Schäfchen lag der Oberkörper der Frau, die den Wagen gefahren hatte. Ihre Beine waren im oder unter dem Wagen. Als er zu ihr hingegangen war, um zu sehen, ob sie noch atmet, war er in der Blutlache ausgerutscht, die sich um den Körper der jungen Frau gebildet hatte. Er hatte das Blut im Dunkeln nicht gesehen und war hineingefallen. Er hatte gespürt, dass es warm war und hatte gesehen, dass sich der Plüsch des Schafes sich schon rot gefärbt hatte. Er war ausgerutscht und hatte dann er den kleinen Arm im Fenster der Rückbank gesehen und er spürte das warme Blut auf seinen Armen und seinen Händen und dann hatte die Stimme in ihm geschrien: „Lauf, Norman, lauf! Lauf weg!“ Und er hatte sich entfernt von dem grauen PKW, der sich beim heftigen Zusammenprall überschlagen hatte und auf der Seite liegen geblieben war und war fortgerannt. Er hatte sein Auto gelassen wo es war, sein kaputtes Auto und das andere kaputte Auto und die kaputten Leute und war von der einsamen Landstraße hinuntergelaufen, in den Wald hinein und war irgendwo auf der anderen Seite wieder herausgekommen. Er hatte in der Nähe den Autobahnverkehr vernommen und war in eben diese Richtung gelaufen.

Warum war er weggelaufen? Was, wenn das Mädchen noch gelebt hatte? Um Gottes Willen, was hatte er nur getan? Warum hatte er nicht einmal kurz hineingeschaut zu dem armen Kind, nicht nur eine Sekunde? Er war feige gewesen und war wegelaufen. Die Tränen brannten in seinen Augen. Wie konnte das nur passieren? Wie konnte er nur wegnicken? Es waren zwei oder drei Sekunden, dann war sein Auto auf die andere Straßenseite geraten. Norman Fisher war schuld an dem Unfall und an den Tod dieser Frau. Und vermutlich auch dem des Mädchens. Wenn es kurz nach dem Unglück nicht tot gewesen war, jetzt war es das mit Sicherheit. Oder vielleicht konnte sich die Kleine aus dem Wagen befreien. Und dann? Dann sah sie ihre tote Mutter neben dem rot gefärbten Schaf und was dann? Lief sie auch in den Wald? Blieb sie dort? Kam ihr jemand zu Hilfe? Das war das einzige Szenario, das Norman Fisher sich vorstellen wollte. Dass jemand kam und sie rettete. Er hatte seine Chance um zu helfen vertan. Er war ein jämmerlicher, ein ganz abscheulicher, hundserbärmlicher Feigling. Jeden Schmerz, jedes furchtbare Gefühl, das er gerade verspürte, verdiente er aus tiefstem Herzen. Und noch mehr. Noch viel mehr.

Norman Fisher war ansonsten kein schlechter Mensch. Aber das, was er heute Nacht getan hatte, das war unverzeihlich. Es war schon schlimm genug, dass er völlig überarbeitet und erschöpft sich doch noch entschieden hatte in sein Auto zu steigen- immerhin hätte er eine weitere Nacht in dem Motel bleiben können. Aber er wollte sich das Geld sparen, weil er momentan knapp bei Kasse war. Aber dann den Unfallort einfach so zu verlassen…was hatte ihn da nur geritten?

Norman Fisher war so in Gedanken versunken, dass er den Lastwagen und den Fernfahrer in der Rettungsinsel gar nicht bemerkte, an der er gerade vorbeiging.

„Hey Mann, brauchst du Hilfe?“ rief dieser mit rauer Stimme. Der Fernfahrer lehnte an seinem Truck und vertilgte gerade ein Brot. Norman Fisher war vollkommen perplex, wusste nicht, was er dem Fremden antworten oder anvertrauen sollte. Was der sich wohl denkt? Ich sehe aus, als hätte ich jemanden umgebracht. Habe ich ja auch, dachte er.

„Du siehst so aus, als brauchst du eine Mitfahrgelegenheit.“ Er sah Norman Fisher von oben bis unten an, erwähnte aber nicht das viele Blut oder dessen verwirrtes Auftreten. „Scheiße gebaut, was? Haben wir doch alle mal. Steig ein, wenn du willst, ich fahre dich in die nächste Stadt! Du musst glaub ich in ein Krankenhaus.“ Also stieg Norman Fisher zu dem Fernfahrer in den LKW.

„Warte, lass mich ne Decke unterlegen, du saust mir noch alles voll. So, jetzt.“

Warum half ihm dieser Kerl? Er hatte doch gemerkt, dass Norman Fisher ganz offensichtlich in Schwierigkeiten war. Wahrscheinlich war der Typ selbst nicht ganz bei Trost, aber das war ihm in diesem Moment egal. Er brachte ihn in die nächste Stadt und stellte keine lästigen Fragen. Und so saßen die zwei Männer in dem LKW, schweigend, und blickten nach vorne auf die Straße.

Hätte Norman Fisher umkehren sollen an den Unglücksort? Wahrscheinlich, aber jetzt war es ohnehin zu spät. Er hatte einen Unfall verursacht, Menschenleben auf dem Gewissen und Fahrerflucht begangen. Noch tiefer in die Scheiße konnte er nur noch kommen, wenn die Polizei ihn finden würde. Früher oder später würde es sowieso passieren. Brachte es etwas, irgendwo unterzutauchen? Wie machte man das, „untertauchen“? Man sieht haufenweise Filme im Fernsehen, in denen Leute untertauchen… Machte man das im realen Leben genauso? Vermutlich funktionierte das in echt gar nicht. Sie würden ihn finden und er würde ins Gefängnis müssen. Und viel Geld bezahlen. Geld, das er gar nicht besaß. Vielleicht war das Beste, wenn er sich stellte. Vermutlich würde seine Strafe dann zumindest etwas gemindert werden.

Der Lastwagen hielt an einem größeren, belebten Parkplatz mitten einer kleinen Stadt. Norman Fisher war so in seinen Gedanken versunken, dass er nicht registriert hatte, endlich irgendwo angekommen zu sein.

„Wir sind da, Kumpel. Hier sind 30 Dollar, nimm sie. Mehr Bares habe ich nicht dabei.“

„Aber… Warum helfen Sie mir?“ Das war das erste Mal, dass Norman Fisher mit dem Fernfahrer redete.

„Wie gesagt, wir bauen alle mal Mist. Aber du wirst ganz offensichtlich von deinem Gewissen geplagt, also scheinst du mir ein guter Kerl zu sein. Glaub mir, ich kenne viele, die würden nicht einen Cent von mir bekommen. Und jetzt raus hier, bevor ich es mir anders überlege!“

„Danke!“

Norman Fisher stand noch eine Weile auf dem Parkplatz und schaute dem davonfahrenden Truck hinterher. „Sie scheinen mir ein guter Kerl zu sein“… ein guter Kerl… Der nicht nur Mist, sondern riesengroßen Mist gebaut hatte! Er hatte eine falsche Entscheidung nach der anderen gefällt. Vielleicht war es an der Zeit, die richtige zu treffen.

Er überquerte den Parkplatz und sah dabei nicht den heranfahrenden Bus. Laut hupend blieb dieser so knapp vor ihm stehen, dass Norman Fisher sich mit seinen Händen am Kühler abstoßte. Sein Herz pochte rasend schnell. Mit dieser Aktion hatte er die Aufmerksamkeit aller auf sich gezogen, er sah wie die Leute ihn anstarrten und über ihn redeten. Eine Gruppe junger Mädchen an der Bushaltestelle war sichtlich erschrocken. Kein Wunder, wie musste die Situation auf Außenstehende wirken! Ein völlig aufgelöster, verwirrter Kerl, mit Blut an seinen Händen und seinen Armen, der fast von einem Bus niedergefahren wurde… Er musste wie ein vollkommener Verrückter aussehen… Norman Fisher entfernte sich vom Bus und verschwand in eine Seitengasse. Lauf, Norman. Lauf!

Die andere Frau

Vor einigen Jahren machte ich mit einer Freundin einen Backpacker-  Urlaub in den USA. Wir statteten während unseres Abenteuers auch der Hippie- Metropole einen Besuch ab und ich kann euch sagen: San Francisco ist wunderwunderschön, but there`s a lot of crazy People… really crazy People!!!

Ich erinnere mich an eine Frau- wir begegneten ihr auf dem Bürgersteig auf dem Weg zur Bushaltestelle- sie war nicht besonders alt, aber sie wirkte verbraucht, erschöpft und fern der Realität. Sie redete und schimpfte mit jemanden, der gar nicht da war und wirkte in ihrer imaginären Konversation sehr aufgelöst. „Shut up!“, rief sie, „shut the fuck up!“ Ihren wirklichen Namen kenne ich natürlich nicht, aber ich nenne sie Elli, weil  San Francisco`s Straße mit den unzähligen verrückten und bedauernswerten Gestalten eben die Ellis street ist. Und dies ist Ellis Geschichte…

Elli hatte einen harten Start in diesen Morgen, weil die Tabletten, die sie am Tag zuvor genommen hatte, wie so oft, nicht anschlugen. Sie wachte früh auf, mit einem hämmernden Kopf und schwitzend auf dem Sofa liegend. Die Stimmen hatten sie aufgeweckt. Die Stimmen, die mit ihr sprechen, wenn die Tabletten nicht ihre Wirkung zeigen. Ruckartig erhob sich die dünne Frau mit den zitternden Händen und dem für ihr Alter schon sehr eingefallenen Gesicht, zog sich an und ging ins Badezimmer um sich das Gesicht zu waschen. Das eiskalte Wasser auf der Haut fühlte sich gut an und für den Moment waren die Stimmen verschwunden. Mit Kopf und Armen ins Waschbecken gebeugt verharrte sie in der Position und ließ das Nass an sich heruntertropfen. Als sie sich anschließend im Spiegel betrachtete, sah sie auch die Person hinter sich. Sie erschrak nicht, denn diese Frau, die hinter ihr im Spiegelbild zu sehen war, kam jeden Morgen zu ihr. „Was willst du hier schon wieder?“ fuhr Elli sie fauchend an. „Dasselbe wie immer,“ antwortete die Frau, die beinahe genauso aussah wie Elli. Etwas jünger, mit einem strahlenderem Gesicht vielleicht, vitaler wenn man so will und die kastanienbraunen Haare gewaschen und gepflegt. „Ich leiste dir Gesellschaft und will dir helfen, dass du wieder du selbst wirst.“ „Dazu brauche ich dich nicht, das schaffe ich ganz gut alleine, also mach, dass du hier verschwindest!“ Elli drehte sich um und tatsächlich war die andere verschwunden. Na also, dachte sie bei sich und machte sich auf den Weg in die Küche, um Kaffee zu kochen, guter Dinge, dass der heutige Tag besser werden würde, als die letzten. Doch sie täuschte sich. Die andere Frau stand an ihrem Herd und hatte den Kaffee aufgesetzt, und den Tisch reizend für das Frühstück gedeckt. Dieser hübsche, perfekt anmutende Frühstückstisch mit den penibel gefalteten Servietten, dem guten Hochzeitsgeschirr und den orangen Tulpen passte nicht in diese Wohnung. Nicht mehr. Es war hier mal nett und ordentlich gewesen, doch das ist schon lange vorbei, Elli schaffte es ja kaum, saubere Kleidung in den Räumen zu finden,  geschweige denn, die Fenster zu putzen oder frische Blumen in eine Vase zu geben.

„Schau nur, früher hat es an deinem Tisch immer so nett ausgesehen, als du noch für deine Familie zu sorgen hattest.“ „Halt den Mund! Ich dachte, du wolltest gehen!“ „Aber nein, Elli, ich verlasse dich nicht wie dein Ehemann, immerhin hast du einen Verlust zu verarbeiten. Ich bin stark genug, um dir über den Verlust von…“ „Sei still, hab ich gesagt! Sei still und verschwinde!!“ brüllte Elli sie explosionsartig  an und schlug die Tassen und Teller vom Tisch. „Nanana, jetzt trinkst du erst mal deinen Kaffee und nimmst deine Tabletten und dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“ beruhigte sie die Andere mit ruhiger Stimme.

Jetzt wurde es Elli zu viel. Sie spürte wie sich der Raum vor ihren Augen weitete und wieder zusammenzog und wie die Stimme der anderen Frau leiser wurde und die Stimmen in ihrem Kopf wieder lauter. Sie hörte das Klopfen an der Haustür und das Rufen der besorgten Nachbarin wie so oft nicht, sondern bohrte ihre Fingernägel durch das Haar in die Kopfhaut und schloss die Augen, was aber alles noch verschlimmerte. Die Andere kam nun auf sie zu und wollte sie festhalten, aber Elli schrie, fing an zu heulen und stürmte aus ihrer eigenen Wohnung. Sie schubste Mrs. Averton aus der Nachbarwohnung, die vor der Tür wartete und helfen wollte, zur Seite und rannte den langen Flur und die Treppen hinunter auf die Straße. Die andere Frau folgte ihr und versuchte immer wieder auf sie einzureden, aber Elli war so in Rage, dass sie beinahe von einem Auto angefahren wurde. „Elli, wenn du dich nur zusammenreißen würdest.. die Leute starren dich schon an!“ hörte sie die andere sagen. Sie drehte sich um und brüllte: „Halt dein Maul, halt dein verdammtes Maul!!“

Aber die andere Frau hatte wohl recht. Alle starrten sie an. Auch wir, meine Freundin und ich konnten nicht wegschauen, wir wollten zwar, konnten aber nicht. Ich dachte nur: Was musste dieser armen Frau nur widerfahren sein, dass sie weinend und wütend auf der Straße steht und jemanden anschreit, der gar nicht vor ihr steht…