Nur für den Augenblick

Vergangenheit, klopfst uns unverschämt auf die Schulter. Hauchst uns alte Geschichten ins Ohr, die wir doch vergessen wollten.

Zukunft, stehst unbeschrieben vor uns.
Stellst uns Fragen, deren Antwort wir noch nicht kennen.

Vergangenheit, klopfst uns unverschämt auf die Schulter. Zeichnest uns Bilder auf den Rücken, die wir doch verdrängen wollten.

Zukunft, stehst unbeschrieben vor uns.
Ebnest uns hunderte Wege, von denen wir noch nicht wissen, wohin sie führen.

Vergangenheit, klopfst uns unverschämt auf die Schulter. Pflanzst uns Gedanken in den Kopf, die wir doch loswerden wollten.

Zukunft, stehst unbeschrieben vor uns.
Schürst Hoffnungen in uns, deren Beständigkeit doch so zerbrechlich ist.

Und so irren wir zwischen dem Gestern und Morgen. Sagt, habt ihr auch schon mal den Gedanken gedacht: „Vielleicht, ja vielleicht, sind wir nur für diesen Augenblick gemacht.“


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So lange ich kann

Nein, diese Geschichte erzählt von keinem großen Abenteuer bei Klippen und Leuchttürmen, wie wir es auf meinem Titelbild erlebt haben, damals im Sommer auf Sizilien. Sie handelt lediglich davon, wie mein Sohn Ben und ich eines Abends beim Essen sitzen, damals im Januar in der Wohnküche.

Es gibt Kraftbrühe mit kleinen Sternchennudeln. „Weißt du, diese Mahlzeit gab es früher jedes Jahr an Weihnachten bei meiner Oma. Darum ist Fleischsuppe eine meiner Lieblingsspeisen“, erzähle ich ihm, während ich die heiße Flüssigkeit genüsslich in mich reinlöffle. Sofort fühle ich mich wie die 6-jährige Version meines Selbst und hocke für einen kurzen Moment wieder mit all meinen Cousins, Tanten und Onkel in Omas Stube. Nichtsdestotrotz entgeht es mir nicht, wie sich der Grübel-Motor meines Sohnes eingeschaltet hat.

„Mami? Haben die, die gestorben sind, im Himmel ein Haus zum Wohnen?“, fragt er mich. Er weiß natürlich, dass meine Oma schon lange tot ist und mein „Früher“ weit zurück liegt. „Ich weiß nicht … Aber ja, vielleicht haben sie das“, antworte ich und mir wird klar, dass ich nie darüber nachgedacht habe, WIE die Menschen danach weiterleben. Ob in Häusern oder einfach nur auf rosa Wolken mit goldenen Betten. Mit dem bärtigen Petrus an der Pforte, wie man es aus den Zeichentrickserien kennt. „Können sie alles hören, was wir sagen?“, hakt Ben nach. Okaaay, die Toten sitzen also heute mit am Tisch. „Ja, bestimmt“, sage ich und bin mir nicht sicher, ob ich hoffen soll, dass dem wirklich so ist. Ben probiert es gleich mal aus und ruft: „Hallo Uroma!“ Keine Antwort zurück – Enttäuschung groß. „Keine Sorge, sie hört dich schon, sie kann nur nicht antworten“, versuche ich zu erklären. „Die, die in den Himmel kommen, werden zu Engeln und passen auf uns auf. Und sie sehen und hören alles, was wir so reden und tun.“ Zugegeben: Dieser Satz klingt auch in meinen eigenen Ohren ein kleines bisschen gruselig und ich bin mir keineswegs sicher, ob ich es genauso meine, wie ich es sage. Aber Ben scheint beruhigt.


„Wenn ich mal sterbe, werde ich auch ein Engel, gell?“ Okay, JETZT wird es gruselig, denke ich, versuche aber ganz sachlich zu bleiben – Ben hat ja auch sehr nüchtern nachgefragt. „Ja, natürlich.“ „Sterben wir beide mal zusammen, Mami?“ Verdammt, UND WAS JETZT? Auf die Frage bin ich nicht vorbereitet. Steht die denn irgendwo in einem Erziehungsratgeber? Vielleicht unter der Kategorie „Skurrile Kinderfragen und wie Sie am besten darauf antworten“? Gibt es die Kategorie überhaupt? IRGENDWO? Mir kullert eine Träne über die Wange, während ich versuche, eine möglichst simple Antwort herauszupressen: „Ich hoffe, dass du viel viel länger auf der Erde bleibst als ich.“ „Aber Mami!“ Ben fängt jetzt auch an zu weinen. „Ich brauche dich ja. Auch oben im Himmel!“ Ich, die mittlerweile Rotz und Wasser heult und die Kraftbrühe auf dem Tisch spätestens nach diesem Satz vergessen hat und sie nun kalt werden lässt (soll sie doch kalt werden, die blöde Suppe!), nehme meinen kleinen, großen Jungen in den Arm. In ein paar Wochen wird er vier – herrje, er soll mit seinen vier Jahren doch noch nicht solche Fragen stellen. Ich halte ihn fest und flüstere ihm ins Ohr: „Keine Sorge, wir zwei sind noch ganz ganz lange auf der Erde und ich noch laaange bei dir. Versprochen. Und du musst dir über diese Dinge noch überhaupt keine Sorgen machen, ok?“ „Okay, Mami“, lächelt er und widmet sich wieder seinem Abendessen. Emotion und Thema abgehakt. Wow … irgendwie bewundernswert, diese Fähigkeit! Ich setze mich wieder hin, wische mir die Tränen aus dem Gesicht und versuche, meine eigenen Emotionen wegzuatmen. Und ich frage mich, ob ich mir mit diesem Versprechen womöglich zu viel vorgenommen habe – immerhin kann man ja nie wissen, was das Leben mit einem vor hat. Trotzdem … eines kann ich sehr wohl: Ich nehme mir vor, mein Versprechen so gut es geht einzuhalten – egal was kommt: Ich bleibe so lange ich kann.

Genug Vorsätze für ein Abendessen. Geredet wird nun auch nicht mehr. Nur noch gegrinst und ordentlich Kraftsuppe gelöffelt.


Kompliment an Mr. Oldman

Manchmal trifft man Menschen, die einen auf besondere Art und Weise beeindrucken. Über so einen Menschen habe ich in diesem Poetry Slam-Text geschrieben. Viel Spaß dabei 🙂

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

wie es dazu kam, dass Sie ganz alleine da waren.

Ein zierlicher Greis mit weißen Haaren und stolzen Falten – sein Leben besaß sicher Momente, für die es sich lohnte, anzuhalten. Momente, in denen er liebte, träumte, Hoffnung trug und die ihn jubeln und springen ließen, und auch sicherlich solche zum Verdrießen. Sein Gesicht – eine Landkarte mit Wegeslinien so tief, und das so manche Fragen in mir wachrief.

Zu gerne würde ich für einen Moment durch seine Augen sehen und all das um mich besser verstehen. Warum ist das Schwere oft so schwer und die Liebe noch viel mehr? Warum schenkt das Meer uns so große Kraft und wie kommt’s, dass man doch irgendwie alles schafft? Warum ist Glück so zerbrechlich und warum liegen wir ganz oft falsch? Ist es nicht so? In solch‘ hohem Alter, da ist man klüger, ja weise. Denn sie war lang, schön und beschwerlich, die einundneunzigjährige Lebensreise.

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

was Ihre Hände so rau und abgenutzt machte.

Hände – etwas. Worauf ich ganz besonders achte, denn:

Was mögen sie schon alles repariert haben und welche Art von Gaben haben sie verschenkt? Welche Autos haben sie gelenkt und gab es eine Hand, um die die seine angehalten haben? Wie viele Seiten haben diese Finger umgeblättert, wie viele Seiten zerrissen, wie oft ein Über-die-Worte-Gleiten? War es unverhofft oft? Und wie oft haben sie als Kind einen Blätterstrauß geflochten? Wie oft mochten sie gezittert haben, mit welchen Aufgaben haben sie sich rumgeschlagen? Und – haben sie sich schon mal geschlagen?

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

warum Sie sich all die Leute so genau angesehen haben.

Abertausende von Menschen sind schon an ihm vorübergezogen, manche ganz schnell, vielleicht machten manche einen Bogen um ihn, aber es war ihm egal – oder nicht? Vermutlich hat er jemanden angehimmelt aus der Ferne, das machen wir doch alle gerne, und hat sich nie getraut, den Schritt zu wagen. Vielleicht war er der belesenste unter seinen Freunden, vielleicht der Faxenmacher, beliebt wegen seiner großen Lacher. Wurde er genug geliebt, gebraucht oder haben sich andere an ihm verbraucht? War er ein Pessimist, ein Narzisst oder gar ein Faschist seiner Zeit? Vielleicht – die Option gefällt mir besser – vielleicht war er einer von diesen Regen, die immer was bewegen und ein kleiner Revolutionär. Einer der aufstand und verstand, was er tat. Oder war er ein Unscheinbarer, dieser berühmte eine unter vielen, der eine Figur war von den Spielen anderer?  Was er wohl bereut hat in all den Jahren? Ist er überallhin gefahren, wohin er wollte oder tat er immer nur das, was er tun sollte? Gibt es heut‘ etwas, dass er lieber vergäße und eine ganz besondere Person, zu der er sich immer wieder säße?

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

ob alle Leben in die gleiche Richtung gehen.

Ich frage mich insgeheim: Wie wird es wohl sein? Wie viele Falten werden mein Gesicht zieren? Ich fürchte mich vor dem Moment, geliebte Menschen zu verlieren. Wenn das Meiste vorbei ist, bekomm‘ ich da Angst? Und: kommt endlich die Ruhe, nach der ich gesucht und die ich verflucht hab‘ in der hoffentlich einundneunzigjährigen Lebensreise? Und löst sich alles auf, auf ganz eigene Weise? Werde ich vergessen, wen ich liebe oder eine wütende Alte sein? Werde ich Frieden finden oder mich ans Leben binden und dem nachtrauern, was hinter mir liegt? Und ich frage mich, wann wir alle sterben werden und wem der Tod näher ist von uns allen. Ich tue mir einen Gefallen, lege den Gedanken beiseite und lebe lieber weiter.

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen.

Doch ich stand nicht auf, um kurz mal rüber zu gehen.

Ich hab‘ Sie einfach nur betrachtet,

Sie für ihr bloßes Dort-Sitzen geachtet,

denn einen Mann in diesem stolzen Alter sieht man nicht oft und unverhofft, haben Sie sich ein riesiges Stück Käsekuchen und eine passend große Tasse Cappuccino bestellt – und ich sah, dass Ihnen an nichts fehlt –  zumindest nicht in diesem Moment. Nach ihrem langen, langen Marsch haben Sie es sich verdient – bestimmt.  Und das ist ein Kompliment.


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Wo wohnt die Liebe?

Nicht alle Liebesgeschichten sind gleich. Die einen entsprechen der ultimativen Vorstellung einer solchen, andere wiederum stehen unter keinem guten Stern. Und nicht alle Liebesgeschichten sind ultra-romantisch. Ein Happy End gibt es bei vielen, aber nicht bei allen. Aber alle beginnen mit ganz großem Bauchkribbeln. Wenn die Beziehung den ersten großen Problemen und Hürden gegenübersteht, zeigt sich, ob sie die Schwierigkeiten meistert oder an ihnen zerbricht. Wächst oder vergeht. Aber ich erzähle euch heute eine etwas andere Liebesgeschichte. Eine, die noch vor dem Anfang beginnt, nämlich die Geschichte eines siebenjährigen Kindes, das versucht, die Liebe zu verstehen. Denn eine der schwierigsten Fragen, die es auf dieser Welt zu beantworten gibt, ist wohl diese: Wo finde ich Liebe? Oder – um es mit den Worten des kleinen Sam auszudrücken: Wo wohnt die Liebe?

Sams Suche begann an einem bitterkalten, Flocken-verzauberten Dezembertag, als er seine Mama, die gerade am Tisch abräumen war, genau das fragte: „Mama, wo wohnt die Liebe?“ Sie lächelte etwas gezwungen und antwortete so ehrlich sie konnte: „Im Herzen, mein Liebling, da wohnt die Liebe.“ Sam, der noch zu klein dafür war zu verstehen, dass seine Mutter selbst schon lange wieder nach der Liebe suchte, merkte nur, dass sie betrübt war. „Macht die Liebe denn nicht froh, Mama?“ „Doch, Liebe macht überglücklich! Sie macht, dass dein Herz schneller klopft und du ganz viel Farbe bekommst“, schwärmte seine Mama – die so gar nicht bunt, sondern eher etwas fahl im Gesicht aussah – auf einmal sehr überschwänglich. Hm, dachte Sam da bei sich, anscheinend kann Liebe aber auch sehr sehr traurig machen. Seine Mama war nach dieser Frage dermaßen in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, wie ihr Junge, dem seine Frage bei Weitem noch nicht beantwortet wurde, sich leise anzog und nach draußen in den Hof ging. Es hatte schon wieder aufgehört zu schneien und es hatte sich gerade so viel Schnee auf den Asphalt gelegt, dass sein Grau nicht mehr hervorlugte. Sam malte mit seinem Zeigefinger ein Herz in den weichen Schnee. So sah sie aus, die Liebe. Aber mehr wusste er nicht.

Der Postbote kam mit seinem kleinen weiß-gelben Auto angefahren. „Hallo Sammy, na, alles okay? Für dich habe ich heute leider keinen Brief, bloß die Zeitung kann ich dir geben. Darf ich?“ Er bemerkte, dass den Kleinen offensichtlich etwas beschäftigte, als er ihm die Zeitung durch das Eisentor hindurchreichte. „Geht es dir gut, junger Mann?“ „Ja, ich denke schon. Oder auch nicht, ich weiß es nicht so genau. Weißt du, das mit der Liebe ist ganz schön kompliziert“, murmelte Sam, während er weiter im Schnee herumstocherte. „Ach ja, die Liebe“, seufzte der Postbote, „die kann man nur schwer verstehen. Die redet manchmal eine fremde Sprache mit uns, die wir nur mit unserem Herzen verstehen können. Aber mach dir keine Sorgen: Gut Ding braucht bekanntlich Weil – und du hast noch jede Menge Zeit vor dir, junger Mann!“ Der Postbote lachte, zwinkerte Sam zu und machte sich dann wieder auf und davon, um den anderen Leuten in der Straße Zeitung und Post zuzustellen – und vielleicht den ein oder anderen Ratschlag.

Sam dachte einige Minuten über die Worte des klugen Postboten nach: Wie war das also? Auf die Liebe muss man manchmal warten und wenn sie dann kommt, dann kapiert man sie nicht auf Anhieb. Na toll. Und woher kommt sie denn dann überhaupt? Aus Spanien oder Russland? China vielleicht, denn Chinesisch ist echt schwer zu verstehen – behaupten viele Erwachsene jedenfalls.  Aber wenn das Herz Liebisch versteht – sagt man das so? – dann kann Chinesisch wohl auch nicht so schwer sein.

Das Herz. Es schien der gemeinsame Nenner zu sein in der ganzen Liebesangelegenheit. Sam hielt die Zeitung in der Hand und las ganz unten rechts: „Du brauchst nur zu lieben, und alles ist Freude.“  Leo Tolsto… Tolstoooi. Tolstoi. Komischer Name. Wahrscheinlich war es ein berühmter Sänger oder Fernsehstar. Die bringen immer so schlaue Sprüche. Dieser Satz hier klang jedenfalls sehr schlau. Fast wie der des Postboten. Wenn ich liebe, ist alles Freude? Wie ist das gemeint? Dass alles mehr Spaß macht? Sam überlegte hin und her, wurde aber sogleich in seinem Gedankengang unterbrochen.

Das Nachbarsmädchen kam vorbei und lugte durch das Tor. Ihr Name war Fiona, sie war schon neun und sehr hübsch. Sie hatte wuschelige, braune Haare und die selben Knopfaugen wie das Detektivmädchen aus Sams Lieblingssendung. Er freute sich immer, Fiona zu sehen. „Hey Sam, darf ich zu dir in den Hof kommen und mit dir im Schnee herumkritzeln?“ Der Junge spürte, wie sein Herz schneller klopfte. „Ja, klar!“, entgegnete der Junge, der mit einem Mal alle ziependen und kratzenden Gedanken beiseite legen konnte, und öffnete dem schönsten Mädchen der Welt das Tor. Es machte ihm großen Spaß, mit Fiona Handabdrücke, Figuren, Formen und Buchstaben in den Schnee zu malen – auch wenn die Hände der beiden sich irgendwann ganz schön kalt anfühlten. Aber das war egal. Wie schön der Schnee doch war! Und wie mutig die Sonne versuchte durch die dichten Schneewolken zu scheinen! Alles sah plötzlich anders aus als noch vor einer Stunde – und das, obwohl sich im Grunde nichts verändert hatte. Sam freute sich über den Nachmittag, an dem er bis jetzt nur gegrübelt hatte. Er riss die Augen weit auf. Ja: Er freute sich so! Und sein Herz klopfte dermaßen fest. Und wenn Fiona ihn anlächelte, dann …  Der Junge verstand im ersten Moment nicht, was er da spürte. War das etwa … „Warte Fiona, ich bin gleich wieder da.“ Sam rannte ins Haus, beachtete die Worte seiner Mutter nicht, die über die nassen und schmutzigen Stiefel im Haus tadelte und lief ins Badezimmer, geradewegs auf den Spiegel zu. Da! Seine Wangen waren ganz gerötet und fühlten sich warm an. „Fiona macht mich bunt!“ Sam lächelte und lief schnurstracks wieder aus dem Badezimmer. „Sam, Schatz, ist alles in Ordnung mit dir?“ „Mama, Mama, ich hab sie gefunden, ich weiß jetzt, wo die Liebe wohnt! Bei Fiona Zuhause und sie hat sie mir mitgebracht. Sieh doch Mama, ich bin bunt geworden.“

Als Sam wieder nach draußen in den Hof lief, schaute seine Mutter etwas verwundert aus dem Fenster und beobachtete ihren Sohn dabei, wie er und seine Freundin unbeschwert miteinander scherzten. Dann holte sie ein Tuch zum Aufwischen aus dem Schrank. Noch nie hatte sie beim Boden-Schrubben dermaßen gelächelt, wie an diesem Nachmittag.


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Von Papierbooten, Gewissensbissen und Umarmungen mit dem Glück

Das was ganz spontan kommt, sind die ehrlichsten Zeilen. Ja, das ist wohl so. Somit dürften dies die ehrlichsten Zeilen sein, die ich in diesem Jahr schreibe. Ich sitze auf meinem Sofa, eingemümmelt in meine Kuscheldecke und tippe Wort für Wort, ohne großartig darüber nachzudenken. Ohne Schnickschnack-Wörtern, ohne schlechtem Gewissen. Ein wenig ist es mir aber schon unangenehm. Wie gesagt – es sind ziemlich ehrliche Zeilen, aber ich brauche sie. Für mich. Um sie schlicht und ergreifend los zu werden. „Sich etwas von der Seele schreiben“ nennt man das. Und das habe ich schon mein Leben lang getan. Immer dann, wenn sich etwas Überwältigendes abgespielt hat, habe ich den Laptop in die Hand genommen oder eines meiner Millionen Notizbücher, Tagebücher, sonstige Zettel oder Blöcke. Die Zahl Million ist natürlich übertrieben, aber ich habe und hatte in der Tat schon immer einen Fabel für Papeteriekram. Wie auch immer… jedenfalls habe ich schon immer meine Gedanken und Gefühle zu Papier gebracht, und seeehr lange Zeit habe ich das nur für mich alleine gemacht. Selbsttherapie sozusagen. Oder zumindest eine Art Selbstreflexion. Ja, dieses Wort trifft es sehr sehr gut. Ich kann von mir behaupten, dass ich ein sehr reflektierter Mensch bin – und wahrscheinlich übertreibe ich es manchmal mit der Analyse meiner Umgebung, meiner Mitmenschen und meinem eigenen Seelenleben. Aber irgendwie muss ich einfach über das nachdenken, was mich beschäftigt. Eigentlich ist es – zumindest für mich selbst – ein gutes Zeichen, wenn ich das tue, denn dann weiß ich, dass ich das, was mir so durch den Kopf spukt, auch angenommen habe und ich dabei bin, es zu verarbeiten. Was wohl auch der Grund ist, warum ich das schreiben kann, was ich jetzt eben schreibe. Weil ich mich mit dem Gedanken angefreundet habe, dass dieses Jahr alles andere als einfach war. Und doch war es notwendig, um genau dort zu stehen, wo ich jetzt stehe. Jetzt muss ich doch ganz kurz etwas gefühlsduselig werden, aber um den metaphorischen Ort zu beschreiben, an dem ich mich gerade befinde, benötigt es ein oder zwei kitschige Bilder: Ich treibe in einem weißen, kleinen Papierboot und habe alle an Bord, die ich zum glücklich sein brauche. Das sind ganz schön viele Menschen und eigentlich ist es erstaunlich, dass sie alle in meinem kleinen Leben… ähm Boot Platz haben. Jedenfalls tun sie das tatsächlich und es geht mir richtig gut hier. Klar, es gibt die ein oder andere Welle, die sich an meiner schwimmenden Nussschale mal bricht, aber das macht im Grunde nichts. Einige Menschen, waren nicht mutig genug, um mit mir die Weltmeere zu durchqueren, harte Lektionen waren es, große Wellen, die sie aus meinem Boot geworfen haben. Und einige Zeit war ich auch sehr traurig darüber. Aber wisst ihr was? Das Gefühl alleine weiter zu segeln hatte ich nie. Nicht eine kleine Sekunde lang. Denn die allerwichtigsten sind bei mir geblieben. Und neue, unglaubliche Menschen habe ich mit an Bord geholt. Und als ich von Neuem erkannt habe, wie wunderbar meine Besatzung ist, umso glücklicher und gestärkter ging ich aus dem Sturm dieses Jahres hervor. So, Stopp! Das war mehr als genug an kitschig-emotionalen Bildüberschuss.

Eigentlich möchte ich euch von dem einen Moment erzählen, an dem ich ganz bewusst das Glück wieder in die Arme schloss. Also, es gab viele schöne Augenblicke, die dazu beigetragen haben, aber es gab irgendwie diesen einen Moment, wo all das Alte von mir abgefallen ist. Und lustigerweise war das ein Moment, in dem ich ganz alleine war – ohne meine Besatzung. Aber von vorne:

Es geschah an einem Tag im Außendienst in meinem neuen Job, ein Tag, über den ich anschließend einen Erlebnisbericht schreiben sollte. Ihr könnt euch vorstellen, dass der Text aufgrund meiner Euphorie nach diesen für mich geschichtsträchtigen Stunden, wirklich gut geworden ist :D. Wie auch immer… ich durfte einen Tag in einem Hotel in Kaltern verbringen und sollte anschließend noch eine kurze Herbstwanderung machen. Ich beschloss auf die Leuchtenburg zu wandern – dieses Ziel hatte ich schon lange lange Zeit vorher im Visier, habe es aber irgendwie nie geschafft, den Marsch anzugehen. Da ich etwas unter Zeitdruck war, weil ich später meinen Sohn abholen musste, ging ich ziemlich schnellen Schrittes los.

Es war der letzte Herbsttag des Jahres und ziemlich schwül. Ich hatte angesichts dieser drückenden Temperaturen zu viel an und war zu schnell unterwegs. Eigentlich wollte ich diese Wanderung genießen, aber die Zeit erlaubte es mir schlichtweg nicht. Und es ging steiler auf diesen verdammten Hügel hinauf, als ich erwartet hatte. Als meine Puste ziemlich schnell ausging, erinnerte ich mich wieder mal daran, dass ich viel zu wenig Sport machte – aber ganz ehrlich: Mir fehlt als alleinerziehende und wieder arbeitende Mama schlichtweg die Zeit dafür. Mir fehlt die Zeit, endlich mal wieder in der frischen Morgenluft joggen zu gehen. Mir fehlt die Zeit zum Reisen, mir fehlt die Zeit zum Schreiben (ich würde nämlich viel mehr schreiben, wenn ich denn könnte), zum Malen (ja, ich male, bzw. würde ich es gern wieder mal) und endlich mal wieder ein gutes Buch zu lesen oder einfach mal nichts zu tun. Die Zeit für mich selbst. Aber mein Leben ist beinah minutiös verplant. Das ist oft hart und ganz ehrlich: Manchmal möchte man halt einfach die Zeit haben, die einem zusteht. Und die habe ich nicht und ich fragte mich, als ich da diesen Hügel erklomm – der mir in jenem Moment wie ein 2000er vorkam – ob es mich zu einer schlechteren Mutter macht, wenn ich manchmal den Wunsch habe, für mich zu sein. Und ich fragte mich, keuchend und schwitzend, ob ich verrückt sei, dass ich deshalb ein schlechtes Gewissen hatte. Ich ärgerte mich etwas über mich selbst und darüber, meine Gedanken – die ich schließlich doch für ganz okay befand – verurteilt zu haben. Und ich ärgerte mich, dass ich an diesem Nachmittag nicht früher aufgebrochen war, und die eigentlich schon lang geplante Wanderung zu unternehmen, um mit mehr Gemütlichkeit und mehr Genuss diesen Solo-Pfad zu begehen… wenn ich denn schon endlich mal alleine war!!

Stattdessen fuhren meine Gedanken wieder mal ihre Lieblings-Achterbahn und an all dem Guten und Schlechten der letzten Monate vorbei. Rauf und runter. Spielten alle Szenen immer und immer wieder durch. Machten mich traurig und wütend und stolz und überglücklich. Ich wunderte mich, wie viel emotiongeballtes Leben in einer kleinen Welt wie der meinen doch Platz hat. Wahnsinn, oder? Whatever. Jedenfalls sprintete ich beinahe den Waldweg hinauf, schwitzte wie ein Schwein und war froh, irgendwann doch angekommen zu sein.

Die Hitze hatte sich gelegt und die Leuchtenburg warf ihren riesigen Schatten auf mich. Und dann war es plötzlich still. Um mich herum waren keine anderen Wanderer mehr. Keine Geräusche aus dem Tal konnte ich vernehmen und das Erstaunlichste: In meinem Kopf wurde es auch leise. Endlich. Dieses majestätische Steindings, das auch aus der Nähe betrachtet wirklich hübsch anzusehen war, erhob sich vor mir, hieß mich Willkommen und verbot mir jeglichen weiteren Gedanken. Mir wurde klar, dass ich gerade eine ganze Burg und einen ganzen Miniatur-Berg für mich alleine hatte. Das war zugegebenermaßen ziemlich cool und ich fühlte mich wie ein kleines Mädchen auf abenteuerlicher Entdeckungstour.

In die Burg rein, in jede Tür hineingespäht, nach oben geblickt und ringsum. Um die Burg herum und Aussichtsfetzen erhascht. Eine Fahne, die im Wind über meinem Kopf herum wehte. Und dann war da mehr als nur ein Fetzen. Da war eine wundervolle Aussicht, die ganz allein mir gehörte. Mir alleine. Ich kletterte auf die Burgmauer, von der aus ich diese Errungenschaft vollends genießen wollte und blendete meine zitternden Knie und meine Höhenangst aus. Ich wollte mir ein Andenken schaffen und hey: Sollte ich nicht meinen Kopf ausschalten? So hatte es mir die Leuchtenburg angetragen und ich tat es dann auch.

So saß ich da, mit zitternden Beinen, zufrieden und etwas andächtig und spürte, wie eine Welle des Glücks mein Papierboot anstupste. Wie ich tatsächlich (!) mal ganz für mich war. Ich spürte, wie schön es war, dass – wenn ich gleich von meinem persönlichen, symbolischen 2000er Berg hinunterstieg – ich nicht alleine war, sondern ich all jene Menschen um mich haben würde, die ich liebte. Die mich liebten. Denen ich jede stürmische Welle wert war und die ich niemals aus meinem kleinen Boot fort gehen lassen würde. Tief im Inneren nahm ich Abschied. Nicht nur vom Sommer, nein, auch von diesem großen Jahr der Veränderung – es endete für mich an diesem letzten Herbsttag, Ende September. Ich fand, das war ein guter Zeitpunkt ein neues Jahr einzuläuten. Dazu muss nicht unbedingt Silvester sein. Ein viel zu heißer Herbsttag und eine kleine Burg reichen da schon völlig aus.

Hey Sommer…

Eigentlich bist du schon seit einer ganzen Weile weg, aber trotzdem möchte ich dir noch was sagen… Du hast mir in den letzten Monaten so viel geschenkt: Zuversicht, den Glauben daran, dass nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt. Ein neues Zuhause. Eine Riesenchance mich beruflich weiter zu entwickeln, meine Leidenschaft zum Schreiben auszuschöpfen und neu zu erfinden. Du hast mir die Liebe zurückgegeben und mich immer wieder dran erinnert, dass Familie und wahre Freundschaft alles überdauert. Du hast mich ebenso daran erinnert, wie stark ich bin und hast deine kräftigen Farben auf mich übertragen. Ich habe endlich wieder das Gefühl, MICH zu sehen, wenn ich in den Spiegel schaue. Endlich leuchte ich wieder. Dafür möchte ich dir danken, Sommer. ❤️


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Bucket List

Jede/r von uns hat insgeheim eine To-do Liste in seinem Kopf von Dingen, die er irgendwann mal gerne tun würde oder wiederholen möchte. Das ist gut so. Denn uns ist nur ein Leben geschenkt, also sollten wir das Beste rausholen. Und ein Abenteuer daraus machen.

Will auf anmutigen Bergen meine Höhenangst bezwingen,

Und auf lauten Konzerten meine Seele raussingen.

Möcht‘ im einsamen Haus lesen und malen sowieso,

Was Herz und Hand schaffen, macht mich dermaßen froh.

Will in Leuchttürmen schlafen und draußen im Freien,

Und all unsere Sorgen ins Meer hinausschreien.

Möchte tief tauchen und Delfine anfassen,

Und Fotografieren in den verwinkelten Gassen.

Möchte meine Füße gern vergraben im Sand,

und hollywoodreif tragen ein funkelnd` Gewand.

Ich liebe die Lichter, so bunt, dieser Stadt,

und an Blumen und Bäumen seh‘ ich mich nicht satt.

Möchte fremde Kulturen bestaunen und ihre Menschen versteh`n,

denn nur was man fühlt, kann man auch richtig sehen.

Möcht‘ etwas lernen, was ich bei Weitem nicht kann,

und noch so viel probieren, was ich noch nie getan.

Möcht‘ an reißenden Klippen den Wind im Haar spüren,

und mit dem was ich tue, die Menschen berühren.

Will im Wasserfall duschen und im Heißluftballon fliegen,

beim Anblick von was Großem Schnappatmung kriegen.

Unglaubliche Wege gehen mit denen, die ich mag,

Und die Dinge so meinen, wie ich sie sag.

Mag an Büchern riechen und Geschichten schreiben,

um alle Gedanken dorthin zu vertreiben.

Der Regen soll begießen meine Haare patschnass,

und das Herz soll tanzen nach genau jenem Bass.

Will neues entdecken, ob hier oder dort,

es gibt überall Magisches – an egal welchem Ort.


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Die Bestie, ihr Begleiter

Es schien, als ob lautlose Schritte über den Asphalt huschten. In Wirklichkeit waren es insgesamt sechs Beine, die die breite, menschenleere Straße entlang liefen. Zwei von ihnen allerdings, es waren die Kinderbeine eines Mädchens, glaubten, alleine ihren Weg zu gehen. Unangestrengt, leichtfüßig. Sie bemerkten die anderen gar nicht und darum gingen sie in ihrem eigenen Tempo. Fröhlich, unbeirrt, erwartungsvoll.

Viele, viele Jahre war der Weg der Leichtfüßigen der selbe. Mal hatten sie laute Menschen an ihrer Seite, mal leise, mal welche, die viele Kilometer mit ihr gingen. Manche blieben nur kurz bei ihr, andere blieben. Aber wie es nun mal so ist, auf diesem langen Weg des Lebens, hat man ihn am Ende doch irgendwie alleine zu bewältigen. Auch der des Mädchens war manchmal anstrengend, steinig und steil und umständlich zu begehen, aber sie meisterte ihn mit Bravour, Optimismus und kindlicher Unbekümmertheit. Jeden einzelnen Meter davon. Und so war sie immer schwebend und es war tatsächlich so, dass man sie kaum vernehmen konnte, diese leichtfüßigen Kinderbeine jenes Mädchens, das noch nicht ahnen konnte, wie stark sie war.

Die vier anderen, unbemerkten Beine gehörten einem wilden Tier, das mal zahm und umgänglich, aber auch ungestüm und grausam sein konnte. Es zerfleischte und riss einen in tausend Stücke, bevor es dann zum besten Freund werden konnte. So kann man sagen, dass dieses Tier auch der einzige treue Begleiter unserer Leichtfüßigen war. Ihr war der beharrliche Weggefährte lange Zeit egal, da es das Vieh nie so richtig bemerkte. Aber irgendwann fletschte es dann doch seine Zähne. Und die Leichtfüßige erschrak sich vor dem blutrünstigen Maul, das ihren Weg, den sie so lange ja beinahe schwebend beschritten hatte, in tausend Stücke riss. Der Asphalt brach auf, verschlang alles Grüne und Blühende, das am Wegesrand aus der Erde sprießte und die Straße glich mehr und mehr einem Trümmerhaufen, von dem unsere leichtfüßigen Kinderbeine nicht mehr herauskommen vermochten. Plötzlich knirschte und knackste es unter ihren Fußsohlen und die Leichtfüßige wusste gar nicht mehr wohin mit den vielen Eindrücken. Mit dem Chaos vor ihren Augen, dem Lärm unter ihren Beinen und dem Schmerz in ihrem Inneren. Sie weinte und die Menschen um sie herum, die ihr Leben lang nichts anders versuchten, als das Mädchen zu beschützen, hatten Mühe, es in diesem Durcheinander zu tragen. Leider waren manch ihrer Versuche vergebens und Kämpfe umsonst gefochten. Dann blieb der Leichtfüßigen nichts anderes übrig, als in das blutrünstige Maul hinein zu starren und ihm zu trotzen. Die um sich schlagenden Pfoten der Kreatur abzuwehren, so gut es eben ging. So lange, bis sich das Maul wieder schloss und seine Beine den Boden wieder feste berührten. Sie sich wieder dem Tempo des Mädchens anpassten und ihre Beschützer fast genauso beruhigt loslassen konnten. Und siehe da, die Leichtfüßige zog weiter. Sie hatte einige Schrammen abbekommen und ja, womöglich auch tiefere Narben, aber sie war noch da. Und sie schritt voran.

Nein, die Geschichte ist mit diesem plötzlich auftretenden Ereignis und dessen Ende selbst nicht zu Ende, und es gibt auch kein Happy End im herkömmlichen Sinne. Denn das Ende dieses einen Ereignisses bedeutete nicht, dass das launische Tier nun seine Ruhe gab, bei weitem nicht. Je weiter die Leichtfüßige voranschritt, desto öfter und desto brutaler schlug die Bestie zu. Biss sie hier, zerrte an ihr und versuchte sie in das Loch zu reißen, das sich immer von Neuem auftat. Aber irgendwie schaffte es das Mädchen, das irgendwann kein Kind mehr war, dem immer wieder zu entkommen. Und so kam es, dass die Leichtfüßige zu ihrem zwielichtigen Begleiter eine seltsame Beziehung aufbaute. Sie verabscheute das Tier an ihrer Seite und liebte es zugleich. Sie hielt Ausschau nach ihm und fürchtete sich gleichzeitig vor seiner Rückkehr. Sie verachtete es und verehrte es zur gleichen Zeit. Es war ihr schlimmster Feind und doch ihr verlässlichster Freund.

Einmal, als der Weg der Leichtfüßigen sie auf einen wiesenbehangenen Hügel führte und es ein dunkler Tag voller Wolken und Regen war, kam es zu einem heftigen Kampf zwischen ihr und dem Vieh. Noch nie zuvor hatte die Leichtfüßige dermaßen Widerstand leisten müssen. Aber  auch dieses Mal ließ sie sich nicht unterkriegen. Als sich die Bestie endlich wieder beruhigt hatte und selbst müde war von dem Unfrieden, den es wieder einmal gestiftet hatte, suchte es Schutz unter einer Baumkrone. Irgendetwas war nach diesem letzten Angriff anders und aus irgendeinem Grund konnte die Leichtfüßige ihn zum ersten Mal richtig sehen. Sie wusste nicht ganz, was sie von der erschöpften Bestie halten sollte, die sich wieder einmal die Zähne an ihr ausgebissen hatte und wusste auch nicht, ob sie etwas zu ihr sagen sollte. Also setzte sich die Leichtfüßige unter einen zweiten Baum und wartete. Beobachtete ihren langjährigen Begleiter, der sie so oft verletzt, aber gleichzeitig dermaßen stark gemacht hatte. Sie starrten sich an, die Leichtfüßige und ihr Begleiter und es geschah in diesem Moment nichts weiter, als dass die Erde um sie herum sich weiterdrehte, der Regen vom Himmel fiel und das Gras auf dem Hügel nass und nasser wurde. Nach einigen Minuten erhob sich die Leichtfüßige, ging zum anderen Baum und legte ihre Hand behutsam auf die Wange des Tieres. „Jetzt geh ich meinen Weg einmal ohne dich“, flüsterte sie ihm zu und seine erschöpften, aber treuen Augen verrieten ihr, dass ihr Begleiter sie für eine Zeit lang ziehen lassen, aber eines Tages ganz bestimmt wieder an ihrer Seite laufen würde. Weil er in ihrem Schatten wohnte.


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Brief an die Veränderung

Hallo Veränderung,

meine Freundin, meine Feindin,

du Botin des Zweifels und der Unsicherheit, du hoffnungsgebender Funken.

Ob dies ein Liebesbrief an dich ist oder eine Abrechnung, das kann ich gar nicht so genau sagen. Wie auch, ich weiß ja nicht einmal, ob ich dich mag oder nicht. Das Leben ist eine Waage, die ihre Gewichte mal auf der einen Schale, mal auf der anderen trägt. Ab und zu, wenn alles gut läuft, dann hält sie die Balance, weil alles genau richtig ist. Und dann kommst du ins Spiel, Veränderung. Wirfst plötzlich ein Gewicht dazu oder nimmst eines weg. Bringst die Waage ins Wanken. Manchmal da erscheinst du gar als Welle und nimmst ihr völlig den Halt. Spülst sie fort und alles muss von vorne beginnen.

Ich weiß, du kommst manchmal unvorhersehbar. Dann bist du mir meist nicht willkommen und ich verabscheue dich. Weil du alles in mir zerreißt und mich aus meiner gut funktionierenden Bahn wirfst. Dann scheuchst du mich ins Bett und lässt mich die Decke über den Kopf ziehen. Dann möchte ich nichts hören und nichts sehen und ich warte, bis du wieder fort bist. Aber … du gehst nicht weg. So ist das nun mal mit dir. Wenn du da bist, bist du da, einen Rückwärtsgang besitzt du nicht. Und mir bleibt nichts anderes übrig, als dir mitten ins Gesicht zu blicken. Du bist meine immer wiederkehrende Gegnerin. Aber geschlagen hast du mich noch nie.

Nicht immer spielst du auf der anderen Seite des Spielfeldes, nein, gelegentlich sind wir auch in einem Team, du und ich. Manchmal bin ich  deine Schülerin. Deine Lektionen? Hart. Überraschend. Lehrreich. Schön. Und stärkend. Du faszinierst mich. Weil du nicht nur gut und nicht nur schlecht bist. Du bist beides, gar oft zur gleichen Zeit. Und in welcher Form du kommst – das fasziniert mich erst recht! Kommst du als Mensch, als Ereignis, als Entscheidung? Tauchst du in der Welt auf, die mich umgibt oder aber tief in mir drin? Es ist immer anders, DU bist immer anders. Du bist beeindruckend. Erschreckend beeindruckend.

Ab und zu, ja, da sehn ich dich sogar herbei. Ich gebe zu, dass ich dich auch brauche. Weil mich die Herausforderung reizt, die du wie eine kleine rote Gießkanne in der Hand hältst und die meine Wurzeln tränkt. Dann wachse ich an dir. Und du verzauberst mich, weil dich ungeatmete, funkelnde Luft umgibt, die ich tief einsauge. Ich sauge sie ein, ganz tief, und es kribbelt in mir, vor Stärke.

Ich weiß, du bist unvermeidbar und du gehörst dazu. Jeden Tag. Du bringst den Morgen und die Nacht, wirfst die Blätter von den Bäumen und treibst Knospen. Du malst mir Falten ins Gesicht und sorgst dafür, dass ich die vielen kleinen Geschichten meines Lebens erzählen kann. Nicht immer verstehe ich den Grund für dein wankelmütiges Dasein, aber ich weiß, dass du am Ende immer deinen Sinn hast. Irgendwie hast du den tatsächlich.


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Die rote Leine

Oft passiert etwas in uns und dieses Etwas – ganz gleich, was das sein mag – ändert alles. So wie beim Protagonisten meiner neuen Kurzgeschichte, auf die ich gekommen bin, als ich irgendwo folgenden Satz gelesen habe: „Seine Welt veränderte sich an einem Dienstagnachmittag.“ Ein fantastischer Satz um eine Geschichte darum zu weben.

Seine Welt veränderte sich an einem Dienstagnachmittag. Eigentlich hatte sich seine Welt ja schon oft verändert, aber dieses Mal hob sich von den anderen Malen ab. Es fühlte sich anders an. Er musste schmunzeln, weil er es absurd fand. Immerhin hatte er einen Krieg hinter sich, hatte seine Frau bereits vor 27 Jahren zu Grabe getragen und seinen Zwillingsbruder vor fünf Jahren. Mit seiner Frau bekam er niemals Kinder, obwohl sie es sich immer gewünscht hatten. Das alles waren einschneidende Erlebnisse. Erlebnisse, die ihn auf kurze oder längere Sicht einknicken, doch niemals aufgeben ließen. Jedoch hatte er sich niemals so einsam gefühlt wie in diesem Augenblick, als er auf dieser Bank saß, in einem Park nur eine Ecke weit von der Tierarztpraxis entfernt, in der er gerade seinen Hund einschläfern lassen musste. In den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten war er sein treuer Weggefährte gewesen, aber Himmel nochmal, es war ein Tier. Sein Tod konnte doch niemals schlimmer sein, als das, was er schon alles durchgestanden hatte!

Und doch. Er saß auf dieser Parkbank zwischen einer hageren Birke und einem von Eisbechern und Papiertüten überfüllten Mülleimer und war wie gelähmt. Starrte durch seine dünne Brille geradeaus auf den Schotterweg, an dem Radfahrer und Rollschuhfahrer vorbeizogen. Leute, die Gassi gingen mit ihren Hunden. Weinende Kinder, die keine Lust auf Spaziergänge im Park hatten, mit ihren Müttern, die die ersten sommerlichen Tage draußen eigentlich genießen wollten. Verliebte, junge Leute, die turtelnd kicherten. Geschäftige Anzugträger, die mit Handys am Ohr hektischen Schrittes voranschritten. Einige Senioren, wie er es war, die ihren Tag herumzukriegen versuchten. Sie alle gingen an ihm vorüber und hatten keine Augen für den alten Mann in der braunen Cordhose, dem Leinenhemd und der Weste. Den Mann, der eine rote Hundeleine in seinen Händen festhielt und dessen Welt gerade zusammenbrach. Von den Büschen hinter ihm flatterten kleine weiße Blüten durch die Luft, einige verfingen sich in seinem ebenso weißen Haar. Er bemerkte es nicht. Er bemerkte auch nicht die zwei kleinen Spatzen, die neben seinen Füßen nach Krümel pickten. Den Eiswagen, der an der Hauptstraße weiter hinten stehengeblieben war und mit seiner schrillen Glocke Kunden anlocken wollte, vernahm er auch nicht. Er hörte weder den Wind noch die Hintergrundgeräusche der Stadt. Das einzige, was bis in sein Ohr drang, war das gleichmäßige Aneinanderschlagen der Hundeleine auf die Parkbank.
Der Köter war das einzige, was ihm in seinen alten Tagen noch Freude bereitete und ihm eine Aufgabe gab. Er musste sich um das Tier kümmern und das fand er wundervoll. Morgens raus, füttern, mittags nochmal raus, füttern, Mittagsschläfchen, nachmittags ein langer Spaziergang oder Erledigungen nachgehen. Abends heim. Baden. Alle zwei Tage. Jack war ein lebendiger Hund, sogar am Ende seiner Tage, ließ er es sich nicht nehmen, sich in Pfützen zu suhlen. „Mein kleines Schweinchen“, lachte sein Herrchen dann. Jetzt war das Schweinchen tot. Starb, während er gestreichelt und beruhigt wurde. Eigentlich schön. So wünscht es sich doch jeder zu sterben.

Der Alte fragte sich: „Welche Aufgabe in meinem Leben habe ich jetzt noch? Nichts ist mir mehr geblieben. Alle, die mir jemals etwas bedeutet haben, sind nun fort. Ist es wirklich schon so lange her, dass ich Maria das letzte Mal im Arm hielt? Wie schön sie war. Wie gut sie zu mir war. Mein Gott, was habe ich sie geliebt! Sie hat mich gerettet, damals. Hat mich aus meinen Alpträumen rausgeholt, die nicht einmal dann zu Ende waren, als ich aufgewacht bin. Maria hat mir den Glauben an das Gute zurückgegeben, nachdem ich monatelang Händchen haltend mit der Angst durchs Kriegsgebiet gezogen bin. Wie viele Menschen habe ich sterben sehen? Dutzende. Hunderte.“ Ihm wurde bewusst, dass er all diese Menschen heute noch einmal sterben sah, in dem Moment, als Jack die Augen für immer zugemacht hatte. Er sah seine Kameraden verrecken, sah seine Frau, wie der Krebs sie nach kurzem, aber qualvollen Kampf mit sich riss, spürte die dahinschwindende Hand seines Zwillingsbruders Pete. Mit ihm hatte der Alte damals den kleinen Border Terrier im Tierheim abgeholt. Er erinnerte sich daran, als ob es gestern gewesen wäre. „Nimm den da hinten, der hat dieselben gutmütigen Augen, wie sie Maria hatte“, schmunzelte Pete neckisch. Und ja, er hatte Recht gehabt. Jacks Wesen war dem seiner verstorbenen Ehefrau ähnlich, und so hatte er seit jenem Tag das Gefühl, ein Stück von Maria wieder bei sich zu haben. Und das war wundervoll.

Eine Träne lief ihm über die Wange und malte anschließend einen kleinen Fleck auf seine Hose. Er stand auf, nahm seine Brille kurz ab und wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht. Seit dem Krieg hatte er nicht mehr geweint. Aber dieser Dienstagnachmittag veränderte alles in seinem Leben. Nicht bloß, weil sein Hund gestorben war, nein. Weil sich in ihm alles veränderte. Weil er zum ersten Mal sein langes Leben in dem einen treuen Lebewesen sah, das heute auf dem OP- Tisch seinen letzten Atemzug getan hatte. Nun wusste er, dass genau das, was er sein Leben lang als Fluch angesehen hatte, nämlich, dass er allen ihm wichtigen Personen im Moment der Stille beistand, seine Aufgabe auf der Welt war. Und ja, er war stark genug dafür gewesen. Hatte immer weitergemacht, nach vorne geblickt. Mit dem heutigen Tag, so beschloss er, war allerdings genug. Er hatte alle, die er jemals in sein Herz schloss, bis an ihr Ende begleitet.

Die Sonne schien. Die Vögel zwitscherten. Die Welt drehte sich weiter. Auch ohne die, die sie verlassen hatten. Und ohne die, die sie bald verlassen würden. Der alte Mann legte die rote Leine über die Parkbank, glitt mit seinem Daumen noch einmal darüber und nahm Abschied. Ging langsamen Schrittes Richtung Hauptstraße. Sein Name war übrigens Kai und er war – wie die Bedeutung seines Namens erahnen ließ – ein Kämpfer. Bis zum Schluss.


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Die Melodie, die ich (fast) vergaß

Ich bin jemand, dem unzählige Details oder Situationen auffallen, die ich später fürs Schreiben verwende. Ich fotografiere sie, notiere oder halte sie einfach als Erinnerung fest. Wie auch folgende kurze „Begegnung“ in Venedig. Sekundenbegegnungen nenne ich solche Aufeinandertreffen, die, ja eben nur einige Sekunden dauern, aber in mir einen starken Eindruck hinterlassen. Als ich damals durch die Gassen schlenderte, konnte ich ein leises Singen vernehmen und entdeckte ein blondes Mädchen an einem Fenster über mir. Leider hörte sie zu singen auf, als sie sich von mir beobachtet fühlte. Und ich dachte: Was geht in dem Kopf eines Mädchens vor, die so verträumt und so wunderbar melancholisch vor sich hersingt? Welche Geschichte hätte sie wohl zu erzählen?

Der Himmel ist voller Wolken. Wann fängt es denn endlich an zu regnen? Schon seit ein paar Minuten stehe ich am Fenster und warte darauf, dass die ersten Tropfen fallen. Frischer Regen riecht so gut, ja, das ist mein Lieblingsduft. Papa ist in der Küche und kocht. Er ist wieder sehr müde heute, das merke ich. Wahrscheinlich gibt es Suppe aus der Tüte, die geht schnell und schmeckt lecker, sagt er immer. Dann hat er auch wieder Zeit, schnell zur Arbeit zu fahren. Was ich heute mache, weiß ich noch nicht. Hausaufgaben machen. Ganz schön viele habe ich heute zu erledigen. Und dann könnte ich mir die Bilder aus der Zeitung ausschneiden, die mir Tante Jo gebracht hat. Mein Zimmer ist fast ganz zugeklebt mit Bildern, aber ich finde es schön, wenn ich alles an den Wänden hängen habe, was mir gefällt. Und wenn ich sie nicht mehr mag, dann nehme ich sie wieder runter. Papa schimpft manchmal mit mir, weil die Farbe etwas abblättert, aber was soll’s. Mich fragt ja auch nie jemand danach, was mir passt und was nicht. Warum muss man als Kind eigentlich ständig das tun, was einem die Großen sagen? Unfair. War das ein Regentropfen? Nein, hab mich getäuscht. Ich atme meinen Ärger hinaus und beobachte die Leute unten auf der Straße. Sie gehen an unserem hellblauen Haus vorbei und bewundern die weißen, abblätternden Fenster mit den violetten Jalousien und den kitschigen Blumen, um die sich Tante Jo immer kümmert. „Man soll ja auch sehen, dass eine junge Frau hier wohnt“, sagt sie dann mit keckem Lächeln, während sie mir zuzwinkert. Manche schießen Fotos von unserem Haus. Meistens die Touristen. Ich stehe oft hier am Fenster und schaue mir die vielen Menschen an. Junge, alte, Lärm-Machende, Verliebte, schreiende Babys, verrückte Landstreicher und Touristengruppen, die einer lauten Frau mit Schirm hinterherrennen. Ich kenne sie alle. Niemand hat Augen für mich, dem kleinen Mädchen am Fenster, das auch gerne öfters das Haus von außen sehen würde. Ich beginne die Melodie zu singen, von der ich nicht mehr weiß, welches Lied es ist. Nur eine Strophe kann ich noch auswendig. Papa sagt, dass Mama das Lied immer vor sich hingeträllert hat. Aber er kennt den Text nicht, weil er fast nie zuhause war und das Lied habe ihn eh bloß jedes Mal traurig gemacht. Ich summe die Melodie so lange bis der Teil kommt, den ich kenne.

Denn selten, aber manchmal, hab ich noch deine Lieder im Ohr,
wenn ich »selten« sage, mach ich mir manchmal wohl was vor.

Den Satz singe ich also lauter, immerhin hört mir keiner zu. Ich liebe es zu singen und stelle mir vor, wie ich auf einer kleinen Bühne stehe und im Publikum haufenweise Feuerzeuge angehen, um sich bei meinem Lied hin und her zu wiegen. Trotzdem halte ich mich zurück, ich will ja nicht, dass mich jemand hört. Zu spät. Die Frau, die da unten vorbeispaziert, schaut zu mir hoch und lächelt mich an. Hat sie mich gehört? Ich verstumme und beobachte sie. Lacht sie mich aus? Hmm … Sie scheint sich über mein Lied gefreut zu haben. Hat sie mich deshalb angelächelt? Das kann nicht sein. Papa unterbricht meine Musik fast immer. Er brauche Ruhe und dann verdreht er immer genervt die Augen. Ich glaube allerdings, dass mein Gesang ihn traurig macht und ihn an Mama erinnert. Ich denke gerne an sie, darum singe ich, auch wenn ich nicht mehr alles von dem Lied weiß. Nur den einen Satz. Die Frau auf der Straße lächelt mir noch immer zu und winkt ganz heimlich. Als ob das ein Geheimnis wäre zwischen ihr und mir. Ich winke nicht zurück, aber folge ihr in Gedanken um die Kurve. Sie biegt rechts ab, sodass ich sie nicht mehr sehen kann. Ich hätte zurückwinken sollen. Papa hat mir beigebracht, freundlich zu den Menschen zu sein, auch zu denen, die ich nicht mag. Weil es sich so gehört. Und weil man dann auch gut behandelt wird, meistens jedenfalls. Ich weiß nicht, warum ich auf den Gruß dieser Frau nicht reagiert habe. Vielleicht weil mir zum ersten Mal seit Mamas Tod jemand beim Singen zugehört hat. Und ich mich geschämt habe und gefreut zugleich. Keine Ahnung, wie ich manche Gefühle benennen soll. Wenn man so viel gleichzeitig spürt, ist das auch wirklich schwierig. Jedenfalls ist die Frau nun fort und ich stehe wieder hier für mich alleine am Fenster und summe die Melodie zu Ende, von der ich nicht mehr genau jeden Ton weiß. Ich habe Angst, sie mehr und mehr zu vergessen. Genau an dieser Stelle zum Beispiel … Wie geht es da gleich nochmal weiter? Ich summe ein paar Versuche, die sich alle nicht richtig anhören. Mist. Papa ruft mich. Das Essen ist fertig. Ich schließe das Fenster, schlucke die letzten Töne runter und gehe zu ihm in die Küche. Und natürlich hatte ich Recht, es gibt wieder einmal Fertigsuppe.

Anmerkung:

Die original Liedzeile stammt übrigens aus dem Song „Selten aber manchmal“ von Dota. 😉


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