Wo wohnt die Liebe?

Nicht alle Liebesgeschichten sind gleich. Die einen entsprechen der ultimativen Vorstellung einer solchen, andere wiederum stehen unter keinem guten Stern. Und nicht alle Liebesgeschichten sind ultra-romantisch. Ein Happy End gibt es bei vielen, aber nicht bei allen. Aber alle beginnen mit ganz großem Bauchkribbeln. Wenn die Beziehung den ersten großen Problemen und Hürden gegenübersteht, zeigt sich, ob sie die Schwierigkeiten meistert oder an ihnen zerbricht. Wächst oder vergeht. Aber ich erzähle euch heute eine etwas andere Liebesgeschichte. Eine, die noch vor dem Anfang beginnt, nämlich die Geschichte eines siebenjährigen Kindes, das versucht, die Liebe zu verstehen. Denn eine der schwierigsten Fragen, die es auf dieser Welt zu beantworten gibt, ist wohl diese: Wo finde ich Liebe? Oder – um es mit den Worten des kleinen Sam auszudrücken: Wo wohnt die Liebe?

Sams Suche begann an einem bitterkalten, Flocken-verzauberten Dezembertag, als er seine Mama, die gerade am Tisch abräumen war, genau das fragte: „Mama, wo wohnt die Liebe?“ Sie lächelte etwas gezwungen und antwortete so ehrlich sie konnte: „Im Herzen, mein Liebling, da wohnt die Liebe.“ Sam, der noch zu klein dafür war zu verstehen, dass seine Mutter selbst schon lange wieder nach der Liebe suchte, merkte nur, dass sie betrübt war. „Macht die Liebe denn nicht froh, Mama?“ „Doch, Liebe macht überglücklich! Sie macht, dass dein Herz schneller klopft und du ganz viel Farbe bekommst“, schwärmte seine Mama – die so gar nicht bunt, sondern eher etwas fahl im Gesicht aussah – auf einmal sehr überschwänglich. Hm, dachte Sam da bei sich, anscheinend kann Liebe aber auch sehr sehr traurig machen. Seine Mama war nach dieser Frage dermaßen in Gedanken versunken, dass sie gar nicht bemerkte, wie ihr Junge, dem seine Frage bei Weitem noch nicht beantwortet wurde, sich leise anzog und nach draußen in den Hof ging. Es hatte schon wieder aufgehört zu schneien und es hatte sich gerade so viel Schnee auf den Asphalt gelegt, dass sein Grau nicht mehr hervorlugte. Sam malte mit seinem Zeigefinger ein Herz in den weichen Schnee. So sah sie aus, die Liebe. Aber mehr wusste er nicht.

Der Postbote kam mit seinem kleinen weiß-gelben Auto angefahren. „Hallo Sammy, na, alles okay? Für dich habe ich heute leider keinen Brief, bloß die Zeitung kann ich dir geben. Darf ich?“ Er bemerkte, dass den Kleinen offensichtlich etwas beschäftigte, als er ihm die Zeitung durch das Eisentor hindurchreichte. „Geht es dir gut, junger Mann?“ „Ja, ich denke schon. Oder auch nicht, ich weiß es nicht so genau. Weißt du, das mit der Liebe ist ganz schön kompliziert“, murmelte Sam, während er weiter im Schnee herumstocherte. „Ach ja, die Liebe“, seufzte der Postbote, „die kann man nur schwer verstehen. Die redet manchmal eine fremde Sprache mit uns, die wir nur mit unserem Herzen verstehen können. Aber mach dir keine Sorgen: Gut Ding braucht bekanntlich Weil – und du hast noch jede Menge Zeit vor dir, junger Mann!“ Der Postbote lachte, zwinkerte Sam zu und machte sich dann wieder auf und davon, um den anderen Leuten in der Straße Zeitung und Post zuzustellen – und vielleicht den ein oder anderen Ratschlag.

Sam dachte einige Minuten über die Worte des klugen Postboten nach: Wie war das also? Auf die Liebe muss man manchmal warten und wenn sie dann kommt, dann kapiert man sie nicht auf Anhieb. Na toll. Und woher kommt sie denn dann überhaupt? Aus Spanien oder Russland? China vielleicht, denn Chinesisch ist echt schwer zu verstehen – behaupten viele Erwachsene jedenfalls.  Aber wenn das Herz Liebisch versteht – sagt man das so? – dann kann Chinesisch wohl auch nicht so schwer sein.

Das Herz. Es schien der gemeinsame Nenner zu sein in der ganzen Liebesangelegenheit. Sam hielt die Zeitung in der Hand und las ganz unten rechts: „Du brauchst nur zu lieben, und alles ist Freude.“  Leo Tolsto… Tolstoooi. Tolstoi. Komischer Name. Wahrscheinlich war es ein berühmter Sänger oder Fernsehstar. Die bringen immer so schlaue Sprüche. Dieser Satz hier klang jedenfalls sehr schlau. Fast wie der des Postboten. Wenn ich liebe, ist alles Freude? Wie ist das gemeint? Dass alles mehr Spaß macht? Sam überlegte hin und her, wurde aber sogleich in seinem Gedankengang unterbrochen.

Das Nachbarsmädchen kam vorbei und lugte durch das Tor. Ihr Name war Fiona, sie war schon neun und sehr hübsch. Sie hatte wuschelige, braune Haare und die selben Knopfaugen wie das Detektivmädchen aus Sams Lieblingssendung. Er freute sich immer, Fiona zu sehen. „Hey Sam, darf ich zu dir in den Hof kommen und mit dir im Schnee herumkritzeln?“ Der Junge spürte, wie sein Herz schneller klopfte. „Ja, klar!“, entgegnete der Junge, der mit einem Mal alle ziependen und kratzenden Gedanken beiseite legen konnte, und öffnete dem schönsten Mädchen der Welt das Tor. Es machte ihm großen Spaß, mit Fiona Handabdrücke, Figuren, Formen und Buchstaben in den Schnee zu malen – auch wenn die Hände der beiden sich irgendwann ganz schön kalt anfühlten. Aber das war egal. Wie schön der Schnee doch war! Und wie mutig die Sonne versuchte durch die dichten Schneewolken zu scheinen! Alles sah plötzlich anders aus als noch vor einer Stunde – und das, obwohl sich im Grunde nichts verändert hatte. Sam freute sich über den Nachmittag, an dem er bis jetzt nur gegrübelt hatte. Er riss die Augen weit auf. Ja: Er freute sich so! Und sein Herz klopfte dermaßen fest. Und wenn Fiona ihn anlächelte, dann …  Der Junge verstand im ersten Moment nicht, was er da spürte. War das etwa … „Warte Fiona, ich bin gleich wieder da.“ Sam rannte ins Haus, beachtete die Worte seiner Mutter nicht, die über die nassen und schmutzigen Stiefel im Haus tadelte und lief ins Badezimmer, geradewegs auf den Spiegel zu. Da! Seine Wangen waren ganz gerötet und fühlten sich warm an. „Fiona macht mich bunt!“ Sam lächelte und lief schnurstracks wieder aus dem Badezimmer. „Sam, Schatz, ist alles in Ordnung mit dir?“ „Mama, Mama, ich hab sie gefunden, ich weiß jetzt, wo die Liebe wohnt! Bei Fiona Zuhause und sie hat sie mir mitgebracht. Sieh doch Mama, ich bin bunt geworden.“

Als Sam wieder nach draußen in den Hof lief, schaute seine Mutter etwas verwundert aus dem Fenster und beobachtete ihren Sohn dabei, wie er und seine Freundin unbeschwert miteinander scherzten. Dann holte sie ein Tuch zum Aufwischen aus dem Schrank. Noch nie hatte sie beim Boden-Schrubben dermaßen gelächelt, wie an diesem Nachmittag.


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Die Geschichte vom kleinen gelben Sonnenschirm, der auf eine ungewollte Reise ging

 Die letzte Woche verbrachte ich mit meinem Freund und unserem Sohn in Kalabrien entspannt am Meer. Nichts tuend und eigentlich nicht groß an Ideen suchend, passierte eines Nachmittages doch etwas, was mich zu einer neuen Geschichte inspiriert hat. Es toste ein recht starker Wind über unseren Strand und wir waren gerade am Mittagessen, da blies es einen unserer Sonnenschirme hinaus aufs offene Meer. Zuerst dachte ich: Oh nein, was das Meer alles an Müll abkriegt und dann im zweiten Moment fand ich den Anblick von dem quietschgelben Sonnenschirm auf dem herrlich blauen Wasser irgendwie erquicklich. Ich sagte: Wohin der Schirm jetzt wohl getrieben wird? Und mein Freund scherzte noch: Du wirst dir jetzt schon die Geschichte von „Schirmi“, dem Sonnenschirm im Kopf ausmalen und tatsächlich bastelte ich mir schon was zusammen…  Nur den bescheuerten Namen ließ ich dann doch beiseite 😉

Heute also mal eine Geschichte für kleine Leute, aber auch für die Großen, die uns zeigt, dass man aus unerwarteten, scheinbar unglückseligen Situationen viel Gutes schöpfen kann. Eine Geschichte, die unsere Reiselust ein wenig anfächert und uns auch zeigt, dass man nicht so schnell das Handtuch werfen soll. Ich wünsche euch viel Spaß! 🙂

An einem goldenen Strand, weit weit weg von hier, irgendwo am azurblauen Meer, da gab es einen kleinen Sonnenschirm, der war gelb und einer von ganz vielen. Es gab Dutzende dieser gelben Sonnenschirme, die in Reih und Glied ihren Platz im Sand hatten und den Menschen Schatten spendeten, denen die Sonne zu heiß wurde. Das war ihre Aufgabe: Schatten zu geben, wo ansonsten keiner war. Es war eine gute Aufgabe und die vielen Sonnenschirme waren damit sehr zufrieden. Auch dem kleinen gelben Sonnenschirm genügte sein Dasein und er war stolz, solch gute Arbeit zu leisten.

Aber wie es im Leben manchmal so ist, kam eines Tages ein Sturm auf. Er kam unvorhergesehen und alle Schirme erschraken fürchterlich, denn der starke Wind bog sie hin und her und hob ihren schönen gelben Stoff nach links und rechts und oben und unten. So schnell sie konnten schlossen sie sich, um dem Sturm Widerstand zu leisten, aber beim kleinen gelben Sonnenschirm wollte etwas nicht so recht funktionieren. Seine Speichen klemmten und ehe er sich versah, spürte er, wie er von einem Luftstrom erfasst und aus dem Sand gerissen wurde. Er wurde quer über den Sandstrand geschleudert, traf dabei ein paar seiner Schirmgenossen, bevor ihn ein weiterer Windstoß ein paar hundert Meter hinaus aufs wild schunkelnde Wasser katapultierte. Da schwamm er nun,  unser kleine gelbe Sonnenschirm, kopfüber und ging auf eine ungewollte Reise.

Sehnsüchtig und mit Tränen in den Augen blickte er zu seinem Strand zurück, von der er Welle für Welle immer weiter weggetragen wurde, dem Horizont entgegen. Was würde nun mit ihm passieren? Er hatte schreckliche Angst und wusste nicht, was er gegen diese missliche Lage unternehmen könnte. Aber er konnte nichts tun. Der kleine gelbe Sonnenschirm konnte einfach nur warten und hoffen, dass sich alles zum Guten wenden würde.

Der kleine gelbe Sonnenschirm trieb schon eine ganze Weile auf dem Wasser, als er einem Fischerboot begegnete. Es war schon ziemlich alt und abgenutzt und es sah nicht so aus, als ob es noch eine Besatzung mit sich führte. Die Tür zur Koje hing kaum noch im Rahmen, die vielen leeren Kübel und Eimer, die einst wahrscheinlich gut mit Heringen und Makrelen gefüllt waren, rollten von Backbord nach Steuerbord quer über das Deck. Die Fischernetze waren zerrissen und lagen zusammengepfercht in den Ecken oder hingen über die Reling. Aber die Augen des Fischerbootes leuchteten.

„Hallo du kleiner Sonnenschirm! Warum schaust du denn so traurig?“

„Weil der Wind mich von zuhause, von meinem Strand fortgerissen hat“, antwortete dieser schluchzend. „Bist du auch alleine hier?“

„Das tut mir sehr leid, dass du deswegen betrübt bist. Ich bin schon seit Monaten alleine unterwegs, aber glaub mir: So übel ist es hier draußen gar nicht. Im Gegenteil, es ist wirklich schön hier auf dem Wasser. Alleine kannst du tun und lassen, was du willst. Weißt du, früher musste ich immer dorthin steuern, wohin die Fischer wollten, da konnte ich gar nicht mitreden. Außerdem habe ich es gehasst, dass auf meinem Deck tagtäglich so viele Fische sterben mussten. Das hat mich traurig gemacht. Jetzt bin ich frei und ich kann entscheiden, wohin meine Reise gehen soll.“

Der kleine gelbe Sonnenschirm dachte nach. Er musste auch jeden Tag seiner Arbeit nachgehen, wie die anderen Schirme auf dem Strand. Niemand hat je gefragt, ob er denn mal gerne etwas anderes machen würde. Wenn er es recht bedachte, wäre ein wenig Abwechslung schon mal ganz nett gewesen.

„Ich schwimme jetzt weiter“, rief das alte Fischerboot laut, „Aber lass dir gesagt sein: Sei nicht allzu traurig. Hör auf zurück ans Ufer zu blicken und schau nach vorne. Manche Dinge muss man hinter sich lassen, um vorwärts zu kommen!“

Mit diesen Worten schwamm es davon, bis es irgendwann nur noch als winzig kleiner Punkt am Horizont zu sehen war.

Das Boot hat Recht, dachte der kleine gelbe Sonnenschirm, zurück komme ich eh nicht mehr, also was nützt es mir hier rumzuheulen?

Der Strand war schon längst nicht mehr in Sicht und um den kleinen gelben Sonnenschirm gab es nur noch den tiefblauen Ozean. Auf einmal spürte er unter seinem Stoff ein Kitzeln und Blubbern.

„Nanu, was ist denn…“ wollte der kleine gelbe Sonnenschirm gerade sagen, da tauchten zwei silberne Fischlein mit einem roten Rücken neben ihm aus dem Wasser.

„Ooooh was haben wir denn hier?“ „Ich weiß es nicht, nach nem Fisch sieht es jedenfalls nicht aus, vielleicht ein Oktupus? Obwohl, der hat mehrere Arme, dieses Ding hat nur einen Greifarm!“ „Komisches Ding. Sag, was bist du und woher kommst du, du eigenartiger Oktupus?“

„Ich bin kein Oktopus“, kicherte der kleine gelbe Sonnenschirm, „Ich bin ein Sonnenschirm und komme vom Strand. Aber der Wind hat mich aufs Meer geblasen.“

„Du Glückspilz!!!“ jubelten die zwei Fische. „Stell dir mal vor, die anderen Sonnenschirme haben tagtäglich immer nur dieselbe Aussicht. Du hingegen kommst jetzt ganz schön herum! Das Meer trägt dich an die schönsten und aufregendsten Orte!“

Der kleine gelbe Sonnenschirm dachte nach. Er hatte auch jeden Tag dieselbe Aussicht, wie die anderen Schirme am Strand. Wenn er es recht bedachte, wäre ein wenig Abwechslung schon mal ganz nett gewesen.

„Wir schwimmen jetzt weiter“, riefen die zwei silbernen Fischchen laut, „aber lass dir gesagt sein: Du bist ein echter Glückspilz! Hör auf, hier nur so rumzutreiben. Manchmal muss man das Ruder selbst in die Hand nehmen, um vom Fleck zu kommen und was zu erleben!“

Die Fische haben Recht, dachte der kleine gelbe Sonnenschirm, ich habe jetzt die Chance, viel Neues zu entdecken, also was nützt es mir, hier rumzutreiben?

Also entschied er sich für eine Richtung, die ihm gefiel und begann sich dorthin zubewegen. Das klappte ganz prima und Woge für Woge schwamm der kleine gelbe Sonnenschirm weiter und weiter. Nach einigen Stunden aber wurde er müde, denn es war ganz schön mühsam voranzukommen. Beinahe verließ ihn der Mut, sich auf sein Abenteuer einzulassen, da spürte er, wie das Wasser unter ihm nach oben schwappte und er mit einem Mal nach oben geschmettert wurde. Eine riesige Pottwaldame war schuld an seinem abrupten Flug in die Lüfte, aber sanft glitt der kleine gelbe Sonnenschirm zurück nach unten und blieb auf dem Rücken des Wales liegen.

„Ich habe ja schon viel Erstaunliches gesehen in meinem Alter“, sprach die Pottwaldame mit sanfter Stimme, „Aber so etwas Außergewöhnliches wie du ist mir noch nie begegnet. Wer bist du? Und warum schaust du so erschöpft aus?“

„Ich bin ein Sonnenschirm, komme vom Strand und der Wind hat mich aufs Meer geblasen. Ich bin auf dem Weg, Neues zu entdecken und zu erleben, aber ich bin ganz schön müde vom vielen Schwimmen. Ich weiß nicht, ob ich diese Reise schaffe. Vielleicht sollte ich doch besser den Weg nach Hause suchen.“

„Aber nein!!! So schnell gibt man doch nicht auf. Es ist sicherlich nicht immer einfach, aber einfach die Segel werfen, wenn man mal müde ist, das ist keine gute Idee. Lieber eine helfende Hand annehmen, und schau! Wie es das Schicksal so will, bringt es dir gleich einen Koloss von Wal, um dir zu beizustehen!“ Die Pottwaldame lachte und stieß eine Wasserfontäne aus ihrem Blasloch. „Was sagst du?“

Die Pottwaldame hat Recht, dachte der kleine gelbe Sonnenschirm. Er hatte nie gelernt, an einer schwierigen Sache dranzubleiben, denn, wie die anderen Schirme am Strand, hatte er ja nie etwas anderes gemacht, außer Schatten zu werfen, und das wirklich keine schwere Aufgabe für einen Sonnenschirm. Wenn er es recht bedachte, wäre eine Herausforderung schon mal ganz nett gewesen.

„Ich schwimme jetzt weiter“, rief die Pottwaldame laut. „Wenn du möchtest, nehme ich dich ein Stückchen mit, damit du dich ausruhen kannst und dann deine Reise fortsetzen kannst. Ich finde ja, das das eine gute Idee ist.“

Die Pottwaldame hat Recht, dachte der kleine gelbe Sonnenschirm, ich bin zwar müde, aber aufgeben lohnt sich wirklich nicht. Also was nützt es mir, hier rumzuzweifeln?

„Ich komme mit!“

„Sehr gut! Na dann mach es dir bequem auf meinem alten Rücken. Wohin soll es überhaupt gehen?“

„Hmm, wenn ich ehrlich bin, weiß ich das gar nicht so genau, ich war ja noch nie irgendwo anders als an meinem Strand…“

„Nicht verzagen, oft sind die Reisen ohne Ziel, die schönsten! Deswegen heißt es ja reisen und nicht zielen, haha!“ Die Pottwaldame lachte und stieß wieder eine Wasserfontäne aus dem Blasloch.

Die gute Laune war ansteckend und fröhlich rief der kleine gelbe Sonnenschirm: „Also los, lass uns losschwimmen! Hurra!“

Und  so machte sich der kleine gelbe Sonnenschirm auf dem Rücken der alten Pottwaldame endlich sorglos auf die Reise, die anfangs gar nicht so gewollt war. Und wisst ihr was? Der kleine gelbe Sonnenschirm verbrachte die Zeit seines Lebens.