Mensch im Tante-Facebook Laden

Mensch: Guten Tag, guten Tag!
Ich hab einen Fehler gemacht.

Verkäufer: No problem, lösen wir gleich –
wär doch gelacht.
Was darf’s denn sein?
Spott oder lieber Drauf-Spucken?

M: Ich weiß nicht genau –
muss ich mich dabei ducken?

V: Kommt darauf an …
Ist ihr Fell denn schön dick?
Sonst wär‘ Ignoranz
auch ein ganz nettes Stück!

M: Ich bin mir nicht sicher …
Tut das denn nicht weh?

V: Nein, nein,
Dummheit ist eine gute Idee!
Seien Sie unbesorgt:
Idiotische Comments gibt’s bei uns pur!

M: Ok, das könnte es sein, nur:
Sind die auch richtig gemein?

V: Natürlich! Vom Feinsten,
gemein und halb wahr
und reichen hinein – wenn Sie wollen –
bis ins nächste Jahr!

M: DIE Garantie klingt doch gut.
Dann nehme ich das!

V: Super, DAS ist Community-Spaß!
Ah, ein kleiner Haken (nicht der Rede wert):
Perfekt klappt’s nur online –
hat die Erfahrung gelehrt.

M: Moment! Kann ich das da hinten nicht haben?
Die Wahrheit? Und die ins Gesicht?

V: Sorry! Wir schließen.
Die haben wir hier nicht.


Ebenbild

Du bist mein Ebenbild
und doch Kontrast.
Entdeckst die Welt,
machst niemals Rast.

Du bist mein Wunder.
Bringst mich zur Ruh‘
und zum Verzweifeln –
du bist eben du.

Du erdest mich,
stellst viele Fragen,
bringst mich dazu,
oft JA zu sagen.

Du spürst das Leben,
genau wie ich.
Du bist mein Alles.
Ich liebe dich.

Kompliment an Mr. Oldman

Manchmal trifft man Menschen, die einen auf besondere Art und Weise beeindrucken. Über so einen Menschen habe ich in diesem Poetry Slam-Text geschrieben. Viel Spaß dabei 🙂

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

wie es dazu kam, dass Sie ganz alleine da waren.

Ein zierlicher Greis mit weißen Haaren und stolzen Falten – sein Leben besaß sicher Momente, für die es sich lohnte, anzuhalten. Momente, in denen er liebte, träumte, Hoffnung trug und die ihn jubeln und springen ließen, und auch sicherlich solche zum Verdrießen. Sein Gesicht – eine Landkarte mit Wegeslinien so tief, und das so manche Fragen in mir wachrief.

Zu gerne würde ich für einen Moment durch seine Augen sehen und all das um mich besser verstehen. Warum ist das Schwere oft so schwer und die Liebe noch viel mehr? Warum schenkt das Meer uns so große Kraft und wie kommt’s, dass man doch irgendwie alles schafft? Warum ist Glück so zerbrechlich und warum liegen wir ganz oft falsch? Ist es nicht so? In solch‘ hohem Alter, da ist man klüger, ja weise. Denn sie war lang, schön und beschwerlich, die einundneunzigjährige Lebensreise.

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

was Ihre Hände so rau und abgenutzt machte.

Hände – etwas. Worauf ich ganz besonders achte, denn:

Was mögen sie schon alles repariert haben und welche Art von Gaben haben sie verschenkt? Welche Autos haben sie gelenkt und gab es eine Hand, um die die seine angehalten haben? Wie viele Seiten haben diese Finger umgeblättert, wie viele Seiten zerrissen, wie oft ein Über-die-Worte-Gleiten? War es unverhofft oft? Und wie oft haben sie als Kind einen Blätterstrauß geflochten? Wie oft mochten sie gezittert haben, mit welchen Aufgaben haben sie sich rumgeschlagen? Und – haben sie sich schon mal geschlagen?

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

warum Sie sich all die Leute so genau angesehen haben.

Abertausende von Menschen sind schon an ihm vorübergezogen, manche ganz schnell, vielleicht machten manche einen Bogen um ihn, aber es war ihm egal – oder nicht? Vermutlich hat er jemanden angehimmelt aus der Ferne, das machen wir doch alle gerne, und hat sich nie getraut, den Schritt zu wagen. Vielleicht war er der belesenste unter seinen Freunden, vielleicht der Faxenmacher, beliebt wegen seiner großen Lacher. Wurde er genug geliebt, gebraucht oder haben sich andere an ihm verbraucht? War er ein Pessimist, ein Narzisst oder gar ein Faschist seiner Zeit? Vielleicht – die Option gefällt mir besser – vielleicht war er einer von diesen Regen, die immer was bewegen und ein kleiner Revolutionär. Einer der aufstand und verstand, was er tat. Oder war er ein Unscheinbarer, dieser berühmte eine unter vielen, der eine Figur war von den Spielen anderer?  Was er wohl bereut hat in all den Jahren? Ist er überallhin gefahren, wohin er wollte oder tat er immer nur das, was er tun sollte? Gibt es heut‘ etwas, dass er lieber vergäße und eine ganz besondere Person, zu der er sich immer wieder säße?

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman

Und ich möchte wirklich gern verstehen,

ob alle Leben in die gleiche Richtung gehen.

Ich frage mich insgeheim: Wie wird es wohl sein? Wie viele Falten werden mein Gesicht zieren? Ich fürchte mich vor dem Moment, geliebte Menschen zu verlieren. Wenn das Meiste vorbei ist, bekomm‘ ich da Angst? Und: kommt endlich die Ruhe, nach der ich gesucht und die ich verflucht hab‘ in der hoffentlich einundneunzigjährigen Lebensreise? Und löst sich alles auf, auf ganz eigene Weise? Werde ich vergessen, wen ich liebe oder eine wütende Alte sein? Werde ich Frieden finden oder mich ans Leben binden und dem nachtrauern, was hinter mir liegt? Und ich frage mich, wann wir alle sterben werden und wem der Tod näher ist von uns allen. Ich tue mir einen Gefallen, lege den Gedanken beiseite und lebe lieber weiter.

Ich habe Sie in einem Café gesehen, Mr. Oldman,

Und ich möchte wirklich gern verstehen.

Doch ich stand nicht auf, um kurz mal rüber zu gehen.

Ich hab‘ Sie einfach nur betrachtet,

Sie für ihr bloßes Dort-Sitzen geachtet,

denn einen Mann in diesem stolzen Alter sieht man nicht oft und unverhofft, haben Sie sich ein riesiges Stück Käsekuchen und eine passend große Tasse Cappuccino bestellt – und ich sah, dass Ihnen an nichts fehlt –  zumindest nicht in diesem Moment. Nach ihrem langen, langen Marsch haben Sie es sich verdient – bestimmt.  Und das ist ein Kompliment.


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Bucket List

Jede/r von uns hat insgeheim eine To-do Liste in seinem Kopf von Dingen, die er irgendwann mal gerne tun würde oder wiederholen möchte. Das ist gut so. Denn uns ist nur ein Leben geschenkt, also sollten wir das Beste rausholen. Und ein Abenteuer daraus machen.

Will auf anmutigen Bergen meine Höhenangst bezwingen,

Und auf lauten Konzerten meine Seele raussingen.

Möcht‘ im einsamen Haus lesen und malen sowieso,

Was Herz und Hand schaffen, macht mich dermaßen froh.

Will in Leuchttürmen schlafen und draußen im Freien,

Und all unsere Sorgen ins Meer hinausschreien.

Möchte tief tauchen und Delfine anfassen,

Und Fotografieren in den verwinkelten Gassen.

Möchte meine Füße gern vergraben im Sand,

und hollywoodreif tragen ein funkelnd` Gewand.

Ich liebe die Lichter, so bunt, dieser Stadt,

und an Blumen und Bäumen seh‘ ich mich nicht satt.

Möchte fremde Kulturen bestaunen und ihre Menschen versteh`n,

denn nur was man fühlt, kann man auch richtig sehen.

Möcht‘ etwas lernen, was ich bei Weitem nicht kann,

und noch so viel probieren, was ich noch nie getan.

Möcht‘ an reißenden Klippen den Wind im Haar spüren,

und mit dem was ich tue, die Menschen berühren.

Will im Wasserfall duschen und im Heißluftballon fliegen,

beim Anblick von was Großem Schnappatmung kriegen.

Unglaubliche Wege gehen mit denen, die ich mag,

Und die Dinge so meinen, wie ich sie sag.

Mag an Büchern riechen und Geschichten schreiben,

um alle Gedanken dorthin zu vertreiben.

Der Regen soll begießen meine Haare patschnass,

und das Herz soll tanzen nach genau jenem Bass.

Will neues entdecken, ob hier oder dort,

es gibt überall Magisches – an egal welchem Ort.


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Was ich bin, wenn ich schreibe. Was ich bin, wenn ich lese.

Ich bin Mann und Frau,

Oft Kind und Tier,

Bin Blume, ja, ein treibend‘ Boot.

Lebe heute, gestern, morgen,

Lache laut und fliege

Fürcht‘ mich schweigend, leide Not.

Und ich schlaf‘ in fremden Betten,

Entdecke Briefe und auch Schätze

Und ja, ich reis‘ wohin ich will.

Bin glücklich, traurig oder wütend,

Frei und ständig unter Druck

Bin verrückt und laut oder bloß still.

Bin ein Samen in der Wüste,

Bin gefeiert und verflucht

Und ja, ich bin verloren in der Welt,

Will nur schlafen und will feiern,

Bin ein Genie, Erfinder, Mutter

Bin selbst die Säule, die mich hält.“


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